Laserpointer - nach Duden ein Gerät, mit dem ein farbiger Lichtpunkt erzeugt wird, um bei Projektionen und Vorträgen etwas hervorzuheben. Doch das wird zunehmends zur Theorie. Immer öfter werden die Lasergeräte für andere Zwecke missbraucht; Störaktionen in Fussballstadien oder Angriffe auf Piloten und Polizisten.

Nachdem es in Basel in den letzten zwei Jahren vermehrt zu Laserattacken auf Polizisten gekommen ist, rüstet das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) ab sofort sein gesamtes Polizeikorps als Erstes in der Schweiz mit Laserschutzbrillen aus.

Seit Mitte Jahr testete das JSD mehrere Modelle und kaufte nun gut 1000 Stück für 200 000 Franken. «Alle Polizisten an der Front erhalten eine persönliche Brille», erklärte Polizeikommandant Gerhard Lips gestern vor den Medien.

Zudem liegen in allen Fahrzeugen von Sanität und Feuerwehr welche bereit. Eine obligatorische Tragepflicht gibt es indes nicht. Sei bei Einsätzen mit Laser-Angriffen zu rechnen, so Lips, würden beim Briefing selbstverständlich auf die Schutzbrille hingewiesen.

«Sie gleicht einer modernen Skibrille», sagte Gerhard Lips, nur dass sie die stärksten Laserstrahlen abhalten kann. Sie sei auch polyvalent einsetzbar, Sanitätern diene sie auch als Spritzschutz. «Auch nachts kann sie problemlos genutzt werden», versicherte Sicherheitsdirektor Baschi Dürr. Da sie nur leicht getönt ist, sei die Sichteinschränkung nur minim.

Die schwedische Polizei setzt bereits auf das gleiche Modell, in der Schweiz hat Basel aber eine Pionierrolle. Auch die Schweizerische Polizeitechnische Kommission (SPTK) testet derzeit Laserschutzbrillen. Die SPTK gibt für alle Schweizer Polizeien verbindliche Empfehlungen ab. Weshalb hat man in Basel nun selbstständig agiert? «Wir waren von den Angriffen am stärksten betroffen», erklärte Lips», sodass wir dringend handeln mussten.»

50 geblendete Polizisten pro Jahr

Jährlich gab es in Basel seit 2012 gut sechs Laser-Attacken auf Polizisten. «Das klingt nach wenig. Die Anzahl Betroffener ist jedoch viel höher», sagte Lips, mit einer einzigen Laserattacke könnten gleich mehrere Menschen geblendet werden. So wurden 2013 rund 50 Beamte Opfer eines solchen Angriffs.

Nach den Attacken bei einer Demonstration im St. Johanns-Park im Juni, hat sich das JSD entschieden zu handeln. »Mindestens ein Polizist hat bleibende Schäden auf der Netzhaut davongetragen», sagte Lips, «die Schutzbrillen sind eine dringliche Notwendigkeit.»

Stilsicherer Auftritt mit neuem Bus

Notwendig war auch der Ersatz des Polizei-Infomobils. Seit 2009 nutzte man einen alten BVB-Kleinbus. Kilometerstand: 285 000. «Er ist bestimmt 100 000 Mal nach Bettingen gefahren», betonte Peter Kötter, Leiter Sicherheitspolizei. Für 200 000 Franken kaufte man einen umgebauten Fiat Ducato. Das neue Infomobil gleicht einem Camper und von vorne einem Raumschiff. «Das Layout ist futuristischer», so Kötter, aber vor allem sei der Polizeibus offener, einladender und grösser.

Genutzt wird er für Präventionskampagnen wie der aktuellen «Aktion Noël», an Messen oder Grossanlässen. Es dient auch dem Community Policing, einer mobilen Anlaufstelle in den Quartieren. Zudem sei es so ausgerüstet, dass es als Kommandofahrzeug bei Grosseinsätzen genutzt werden könne, erklärte Kötter.

Die Präventionsaktion «Noël» wurde in Basel vor über zehn Jahren gestartet. Dabei sind während der Adventszeit in Einkaufsstrassen und auf stark frequentierten Plätzen zivile und uniformierte Polizeibeamte präsent. Durch die Aktion konnten letztes Jahr konnte 51 Personen festgenommen werden; im Jahr zuvor waren es 56 Festnahmen.