Der geplante Bau des Basler Ozeaniums an der Heuwaage sorgt für starke Emotionen. Das Gebäude, das der Zoo Basel an den bislang städtebaulich brachliegenden Ort am Ende der Steinenvorstadt bauen will, kommt am 19. Mai vor die Basler Stimmbevölkerung. Der Abstimmungskampf wird intensiv geführt.

Ein Teil der Gegnerschaft zeigte sich am Mittwochmorgen an der Heuwaage – kostümiert als Fische in einem kargen Aquarium, geschmückt mit trostlosen Korallen. Oder wenn man die Clownfisch-Analogie aus dem Film «Findet Nemo» nehmen will: mit trostlosen Anemonen.

Aktivisten: «Umweltschädlich», Gegner: «Geschmacklos»

Inszeniert wurde der Anlass von der Regionalgruppe von Greenpeace, vor Ort waren nicht nur Aktivisten, sondern auch der Basler Grünen-Grossrat Thomas Grossenbacher. Die Gegner im Abstimmungskampf bekräftigten erneut ihre Argumente, die sie schon per Postversand in Basel verschickten: Das Ozeanium sei ein Finanzrisiko, da die Steuerzahler allenfalls die Konsequenzen eines «überteuerten Privatprojekts» tragen müssten. Zudem sei der Bau klimaschädlich, da er Unmengen von Energie verschlinge, um die gefangenen Tiere unterhalten zu können. 

Die Aktion hatte bereits Reaktionen zur Folge. So zeigte sich Kulturunternehmer Tino Krattiger, der mit seinem Konterfei öffentlich für das Ozeanium wirbt, beim Vorbeifahren wenig amüsiert über die Ausstellung mit Fischkostümen. SVP-Grossrat Joël Thüring äusserte sich anschliessend an die Veranstaltung auf Twitter harsch: «Kinder werden für ihre Demo missbraucht. Geschmacklos.» Vor Ort waren zu Beginn allerdings vor allem Medienschaffende. Zudem wurden Flyer, Broschüren und Buttons mit dem Aufdruck «NOzeanium» verteilt.

Thüring Ozeanium