Nutzungspflicht

Mit Onlinepetition gegen den «Begegnungszonen-Wahnsinn»

Die Pflästerung in Begegnungszonen sei für Fussgänger oder Rollstuhlfahrer ungeeignet, wird bemängelt. Das führe zu gefährlichen Situationen.

Die Sanierung der St. Alban-Vorstadt scheidet Gegner und Befürworter. Nun wollen Kritiker die Basler Begegnungszonen komplett umgestalten lassen.

Für den Basler Michel Cavin hat sich in den vergangenen Jahren in der Stadt ein wahrer «Begegnungszonen-Wahnsinn» entwickelt. Für Fussgänger, Kinderwagen oder Rollstühle seien die gepflasterten Beläge völlig ungeeignet. Folge: Sie würden auf den geteerten Strassenteil ausweichen, was wiederum zur Behinderung des Veloverkehrs führe. «Es sind daraus tagtäglich Konfliktsituationen mit genervten und aggressiven Verhalten entstanden», findet Cavin.

Um gegen die Entwicklung vorzugehen, hat Cavin nun auf der Internetseite www.openpetition.eu eine Online-Petition gestartet. Ziel: Innert dreier Monate sollen dem Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) 5000 Unterschriften überreicht werden. Gefordert wird etwa, in allen bestehenden und geplanten Begegnungszonen auf einen gepflästerten Belag zu verzichten. Gleichzeitig sei eine strikte Nutzungstrennung zwischen Fussgängern und Velofahrern umzusetzen – sei es mit Trottoirs oder klar sichtbaren Markierungen.

Konfliktzone St. Alban-Vorstadt

Das Thema ist brandaktuell: Am 10. Februar stimmt Basel-Stadt darüber ab, ob die St. Alban-Vorstadt saniert und zur Begegnungszone umfunktioniert werden soll. Auch hier ist vorgesehen, den Niveau-Unterschied zwischen Fahrbahn und Trottoir aufzuheben. Erneut wird die Fahrbahn asphaltiert; für die Fussgängerbereiche ist wiederum eine Pflästerung geplant.

Das Projekt ist umstritten: Gegner finden die Abschaffung der Trottoirs fahrlässig. Für die Befürworter sind diese heute viel zu schmal und gerade deshalb unsicher. Oft müssten Passanten auf die Fahrbahn ausweichen.

Das Bau- und Verkehrsdepartement habe die zeitgemässe und zukunftsorientierte Mobilität für Fussgänger und Velofahrer aus den Augen verloren, zeigt sich Petitionär Cavin überzeugt. Die genannten Konfliktsituationen würden weder der Verkehrssicherheit, noch der Gesundheit der Menschen dienen. «Mit dieser verfehlten Mobilitäts- und Verkehrsplanung muss endgültig Schluss sein», fordert Cavin.

Autor

Daniel Ballmer

Daniel Ballmer

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