Wahlen 2020 in Basel

«Mitcho oder abfahre»: Per Swipe zur Wahlentscheidung

Eine App soll Jungen das Wählen schmackhafter machen. (Symbolbild)

Eine App soll Jungen das Wählen schmackhafter machen. (Symbolbild)

Eine App soll helfen, junge Baslerinnen und Basler zum Wählen zu animieren.

Wer stellt sich zur Wahl? Wer könnte meine Meinung im Grossen Rat vertreten? Und was ist überhaupt meine politische Ausrichtung? Wer zum ersten Mal wählt, steht vor vielen Fragezeichen. Die Versuchung, das Wahlcouvert unangetastet liegen zu lassen, ist gross. Die Projektgruppe CH+ will dies verhindern und programmierte deshalb eine Wahl-App. Bei der Entwicklung arbeitete das Team rund um Projektleiterin Sophie Walker mit Smarvote und dem Jungen Rat Basel zusammen.

Gleich zu Beginn wird die politische Haltung des Nutzers abgefragt. Dazu müssen zahlreiche Fragen zur regionalen und nationalen Politik beantwortet werden. Anhand dieser wird die sogenannte «Smartspider» erstellt. Diese kann dann in einem weiteren Schritt mit den Aussagen der jeweiligen Kandidierenden abgeglichen werden. Eingeblendete Prozentzahlen, zeigen an, wie gross die politische Übereinstimmung ist.

Funktion erinnert an Dating App Tinder

Je nachdem, ob dem Nutzer die politische Haltung des angezeigten Kandidierenden zusagt oder nicht, kann er auf ein Kreuz «abfahre» oder ein Häkchen «mitcho» klicken. Diese Funktion erinnert an die Dating App Tinder, bei der man mit der Hoffnung auf «Matches» durch Profile der anderen Nutzerinnen und Nutzer «swipen» kann. Bei der App CH+ können die politischen Matches zu Wahllisten zusammengeführt werden oder fungieren als Stütze, um sich für Regierungsratskandidierende zu entscheiden.

Die App befindet sich noch in der Testphase. Jeder kann sich unter http://projektchplus.ch/app/ für die App registrieren, allerdings funktioniert sie noch nicht ganz reibungslos. Um die Kandidierenden für den Grossen Rat zu sehen, muss diese Funktion erst in einem übergeordneten Menü freigeschalten werden. Ausserdem haben längst nicht alle Kandidierenden ihr Smartvoteprofil ausgefüllt. «Diese Lücken gehören zum Konzept», sagt die Projektleiterin Sophie Walker aus dem Kanton Uri.

Damit die User die App möglichst umfangreich nutzen können, wäre es aber hilfreich, wenn alle Profile der Kandidierenden ausgefüllt wären. «Da wir selbst keine Daten für die Kandidierenden einfüllen, sind wir auf ihre Kooperation angewiesen.»

Die Idee zur App entstand aus einem Pilotprojekt im Rahmen ihrer Masterarbeit. Nun soll die App von Wahl zu Wahl verbessert werden und irgendwann auch bei nationalen Wahlen zum Einsatz kommen.

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