Geht es nach den Mitgliedern der Moschee-Kommission, fechten sie die Kündigung der Kasernen-Moschee vor Gericht an: Am Sonntag sprachen sie sich gegen den Umzug in einen temporären Ersatzraum auf dem Areal an. Dieser hat ihnen der Kanton angeboten. «Die Mitglieder der Moschee-Kommission lehnen die angebotene Zwischennutzung klar ab, da es sich nur um eine kurzfristige Lösung handelt», sagt Orhan Sahid, Vorstandsmitglied der Moschee-Kommission. Für die Mitglieder komme eine Zwischennutzung nur infrage, wenn sie auf dem Areal oder der nahen Umgebung langfristige Alternativen erhalten.

Die älteste Moschee von Basel muss aus dem Dachgeschoss der Kaserne ausziehen, weil das gesamte Areal umgebaut wird (bz berichtete). Das Dach muss dabei in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden – so will es die Denkmalpflege. Die aktuellen Räume der Kasernen-Moschee verkommen dadurch zu fensterlosen Lagerräumen. Dass diese nicht mehr als Andachtsräumen taugen, ist allen Beteiligten klar. Wie Orhan Sahid sagt, ist es für die Mitglieder der Moschee-Kommission jedoch unverständlich, wieso sie keinen alternativen Raum auf dem Areal erhalten: «Seitens des Kantons heisst es, die Moschee würde nicht ins Konzept passen. Wieso sagt der Kanton dann, dass auf der Kaserne ein Kulturzentrum entstehen soll?» Die Moschee sei nur während der Gebetszeiten für die Gläubigen reserviert. Ansonsten stehe sie als Begegnungszone allen offen, sagt Orhan Sahid.

Vorstand muss entscheiden

Das Unverständnis der Moschee-Besucher teilt auch Xaver Pfister. Der ehemalige Laientheologe der St.-Clara-Pfarrei und frühere Sprecher der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt verweist auf den guten Austausch der Moschee mit der Pfarrei: «Der Kanton hat zu wenig ernsthaft nach Alternativen für die Moschee gesucht. Der Vorschlag, in Räumlichkeiten für 20 000 Franken pro Monat einzuziehen, zielt komplett an den finanziellen Möglichkeiten vorbei.»

Nicht nur der Kanton, auch die Moschee-Kommission selbst sucht nach Räumen ausserhalb des Kasernenareals. Wie Orhan Sahid sagt, seien diese aber zu teuer oder die Moschee-Kommission erhielt Absagen. Mit den Vorwürfen konfrontiert, war gestern vom Kanton keine Stellungnahme erhältlich. Der stellvertretende Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung, Roland Frank, verwies trotz mehrfacher Nachfrage lediglich per Mail auf die heutige Sitzung der Baukommission. Diese entscheide über das künftige Vorgehen.

Ob sich der Kanton und die Moschee-Kommission tatsächlich vor Gericht treffen, hängt vom Vorstand der Moschee-Kommission ab. Die Entscheidung soll noch diese Woche definitiv gefällt werden – und damit entscheidet sich auch, ob ein jahrelanger Rechtsstreit, die Sanierung der Kaserne aufschieben wird. Orhan Sahin sieht den Vorstand in einer unangenehmen Situation: «Wir wollen der Stadt nicht schaden, aber wir wollen unsere Rechte wahrnehmen.»