Basel
Model United Nations: Wenn Schüler die UNO simulieren

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Region Basel debattieren zwei Tage lang die Millennium Ziele der UNO – aus der Perspektive aller Mitgliedstaaten.

Pascale Hofmeier
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Debatte auf hohem Niveau: in Basel simulieren Jugendliche die UNO. (Symbolbild)

Debatte auf hohem Niveau: in Basel simulieren Jugendliche die UNO. (Symbolbild)

Keystone

Ein Oberwiler Gymnasiast erklärt Burundis Sicht auf das Thema Armut einer Liestaler Schülerin, die selber den Standpunkt von Dänemark vertritt. Diese Szene könnte sich am 2. und 3. Februar an der MUN Regio Basel (Model United Nations) abspielen. Zwei Tage lang simulieren 240 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aus der Region Basel und aus dem Deutschen Umland die UNO.

Die Themen: Hunger und Armut, Bildung oder Aids – also Themen, für die sich die UNO in den Millennium Development Goals klare Ziele gesetzt hat. Diese Ziele hätten bis Ende diesen Jahres erfüllt sein sollen. Diskutiert wird in sechs Workshops auf Deutsch und auf Englisch.

In zwei Tagen einig werden

Und so wie die richtige UNO, haben die je 40 Schülerinnen und Schüler in einem Komitee eine schwierige Aufgabe: Sie sollen sich in der Rolle von Mitgliedstaaten innerhalb von zwei Tagen auf eine gemeinsame Resolution einigen. «Es ist eine grosse Herausforderung, vor einer Gruppe einen Standpunkt zu vertreten, der nicht der Eigene ist», sagt Marlen Schultze. Sie ist Teil einer siebenköpfigen Gruppe von Freiwilligen, die meisten sind Studenten, die die MUN Regio in Basel organisiert.

Ziel der UNO-Simulationen ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich selbstständig mit dem aktuellen Weltgeschehen und internationaler Politik auseinandersetzen. «Es gibt kaum ein Thema, zu dem man keine Meinung hat. Diese wird durch den Perspektivenwechsel hinterfragt», sagt Schultze. Hinzu kommt die rhetorische Komponente: «Man lernt vor einer Gruppe von Leuten, die man nicht kennt, zu debattieren.» Eine Erfahrung, die im Berufsleben nützlich sei, findet die Jus-Absolventin, die als Studentin selber fünf Mal an MUNs mit Teilnehmern aus der ganzen Welt teilgenommen hat.

Denn die MUN-Konferenzen haben Tradition. Sie werden seit der Gründung der UNO durchgeführt – mit Unterbrüchen während des Zweiten Weltkrieges. Die grösste UNO-Simulation findet jährlich in Den Haag mit mehr als 3000 Teilnehmenden statt. Sehr engagiert im Bereich der Simulationen sind neben der UNO selber auch namhafte Universitäten wie Harvard und Oxford. Dort wird in sehr kompetitiven Bewerbungsverfahren entschieden, wer an den MUN teilnehmen darf.

Konferenz mit Minimalbudget

In Basel ist das ein einfacher: Wer sich anmeldet, ist dabei. Meist sind es die Lehrpersonen, die eine Gruppe von Schülern anmelden. Die Teilnahme kostet 15 Franken. Mit entsprechend bescheidenen Mitteln kommen die Organisatoren aus: Ohne Sachspenden in Form von Blöcken, Bleistiften, Dääfeli und Pausenäpfeln würde das Geld nicht reichen. Auch die eingeladenen Referenten arbeiten ohne Entgelt. Und die Uni stellt die Räume zur Verfügung.

Model United Nations Region Basel: regio.munbasel.ch