Die Sprecherliste war lang – wie immer, wenn es um Verkehrspolitik geht im Grossen Rat. Dabei hat die Regierung längst entschieden, dass die Anwohnerparkkarte ab nächstem Jahr 284 Franken statt 140 Franken kostet. Sie hielt es nicht für nötig, zunächst eine Motion zum Thema im Parlament abzuwarten, wie die bz am Dienstag berichtete. 

Exponenten von Links bis Rechts liessen es sich dennoch nicht nehmen, geschlagene 90 Minuten zum Thema zu referieren. Eine Kürzest-Zusammenfassung:  

SVP-Grossrat Joël Thüring sagte: «Das ist modernes Raubrittertum, die Bürger werden geschröpft mit einer völlig unverhältnismässigen Verdoppelung er Gebühren.» Sein Parteikollege Pascal Messerli: «Gebühren sind das Unsozialste in unserer Gesellschaft.»

Die Parkplatz-Gegner liessen sich ebenfalls nicht lumpen, 1000 bis 2000 Franken seien die tatsächlichen Kosten eines Parkplatzes auf Allmend, und diese Kosten müssten auch verlangt werden, war mehrmals zu hören. Und Jörg Vitelli (SP) sagte, dass Velofahrer so viel gutes für die Gesellschaft für tun, dass sie fürs Velofahren bezahlt werden sollten. 

Als alle Voten gehalten, alle Zwischenfragen gestellt und beantwortet worden waren, ging es zur Abstimmung. Und diese war dann alles andere als spektakulär und endete strickt entlang der Trennlinie zwischen Bürgerlich und Rot/Grün mit 50 Nein- zu 41 Ja-Stimmen und der Konsequenz, dass der Regierungsrat nicht nochmals über die Erhöhung der Parkgebühren befinden muss.