«Das Deutsche Tierschutzbüro ruft zum Boykott des Modeunternehmens Bogner in der Streitgasse 4 in 4051 Basel auf, da Bogner noch immer Echtpelz von gequälten Pelztieren verwendet», schreiben Tierschutzaktivisten in einer Mitteilung vom Freitag. Die Aktivisten werfen dem Kleiderladen vor, Hundepelz aus Qualzuchten zu verkaufen. Auf dem Etikett stehe dabei oft die Bezeichnung «Raccoon» – «fälschlicherweise wird oft angenommen, dass es sich um Waschbär und nicht um den zur Familie der Hunde gehörigen Marderhund handelt.»

Die Vorwürfe sind gewohnt martialisch formuliert: «Diese Hunde vegetieren zum Beispiel in China und Finnland auf riesigen Farmen und mit nur wenigen Monaten wird den normalerweise monogam lebenden jungen Hunden das Fell abgezogen», schreibt Tierschützer Jan Pfeifer.

«Bogner arbeitet mit nur zwei zertifizierten Pelzhändlern zusammen – und das seit Jahrzehnten», kontert Sprecherin Anastasia Holeczek. Zudem würden in der kommenden Winterkollektion 2017 nur noch Pelze verwendet, welche mit dem Zertifikat «Origin Assured» versehen sind, also aus gesicherter Herkunft, heisst es.

«Laden verwüstet»

Bogner und die deutschen Tierschützer kennen sich. Unlängst standen sich die beiden Parteien vor Gericht gegenüber. In Deutschland gilt seither für die Aktivisten im Umkreis von 50 Metern um das Modehaus: annähern verboten. Ansonsten «droht ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250 000 Euro oder ersatzweise sechs Monate Freiheitsentzug», wie der deutsche Sender «WDR» jüngst vom Bonner Landgericht berichtet. Hintergrund der einstweiligen Verfügung: Mitglieder des Vereins «Deutsches Tierschutzbüro» sind in mehrere Filialen der Kleiderkette mit Transparenten eingedrungen und haben mit Konfetti um sich geworfen. «Nachdem Aktivisten Bogner Stores stürmten, sie nahezu verwüsteten und dabei Mitarbeiter sowie Kunden an den Pranger gestellt und eingeschüchtert wurden, sah sich Bogner gezwungen, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen», schreibt die Sprecherin. Bogner habe keinerlei Absicht, aktiven und engagierten Tierschutz zu unterbinden. «Ein Sicherheitsabstand ist jedoch notwendig geworden, um Mitarbeiter, Kunden und Ladeneinrichtungen vor weiteren Übergriffen zu schützen.»

Keine Demos in Basel geplant

Für die Schweiz gilt die einstweilige Verfügung nicht. Demonstrationen wird es dennoch «vorerst nicht geben», wie Pfeifer gegenüber der bz sagt. Bogner unterhält in der Schweiz 61 Shops und Partner Stores. Der Protest richte sich gegen alle Filialen, wie Pfeifer sagt.