Streik
Modeverkäuferinnen der Metro Boutique Basel wollen mehr als 3500 Franken Lohn

16 Angestellte der Metro Boutique Basel haben am Mittwoch mit einem Warnstreik gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert. Sie fordern einen Mindestlohn von 4000 Franken. Aktuell erhalten sie bei einem Vollpensum nur 3500.

Eva Wieser
Merken
Drucken
Teilen
Warnstreik vor einer Metro-Boutique in Basel
3 Bilder
4000 Franken: Diesen Mindestlohn fordern 16 Angestellte des Modegeschäfts Metro Boutique.
Einstimmig hat das Verkaufspersonal beschlossen, die Arbeit niederzulegen.

Warnstreik vor einer Metro-Boutique in Basel

Juri Junkov

4000 Franken: Diesen Mindestlohn fordern 16 Angestellte des Modegeschäfts Metro Boutique. Und zwar laut und deutlich. Gestern Nachmittag haben sie sich vor der Filiale am Marktplatz zum Warnstreik versammelt. «Das Einzige, was wir noch machen können», kommentiert eine Verkäuferin den Protest.

Einstimmig hat das Verkaufspersonal beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Einerseits wollen die Angestellten darauf aufmerksam machen, dass ihnen ein Bruttolohn von 3500 Franken pro Monat nicht reicht. Andererseits möchten sie sich bei der Geschäftsleitung Gehör verschaffen.

Vereinbarungen verweigert

Unterstützt wird die Belegschaft der Metro-Filiale an der Gerbergasse 12 von der Unia Nordwestschweiz. «Nachdem am Dienstagmorgen die Geschäftsleitung verweigerte, überhaupt eine schriftliche Vereinbarung zu unterschreiben, hat das Verkaufspersonal beschlossen, einen Warnstreik durchzuführen», erklärt Roman Künzler, Sekretär des Bereichs Tertiär der Gewerkschaft Unia.

Schon fast euphorisch ist die Stimmung während des Protests. Gemeinsam stark - diesen Eindruck erwecken die tanzenden und immer wieder in Jubel ausbrechenden Verkäuferinnen und Verkäufer. «Die Angst ist sicher vorhanden, schliesslich machen wir etwas, das unserem Geschäft schadet», sagt eine Angestellte. Dennoch: Die Wut ist gross, die Geduld klein. «Wir haben schon verschiedene Einzelgespräche mit unseren Chefs geführt, das hat aber noch nichts genützt», sagt eine Verkäuferin. Zudem sei der Umgangston kein guter, auf Unzufriedenheiten werde nicht eingegangen. Darum werde nicht nur eine Lohnerhöhung, sondern auch mehr Respekt verlangt.

Stress designt für Metro Boutique

«Seit diese Filiale vor zwei Jahren eröffnet wurde, müssen wir hier 15 Prozent mehr Verkaufsfläche betreuen. Trotz Mehraufwand wurde das Personal nicht aufgestockt. Im Gegenteil: Es wurde verkleinert», sagt eine andere Verkäuferin und drückt den Passanten einen Flyer in die Hand.

Darauf stehen die Fakten: Schweizweit betreibt Metro Boutique 24 Filialen. Zwischen 2009 und 2011 wurde die Verkaufsfläche um 50 Prozent erhöht. Einen 13. Monatslohn haben die 450 Angestellten nicht. Weiter ist zu lesen, dass die Kleiderkollektion von Rapper Stress bei Metro Boutique zu kaufen ist. Die Angestellten wenden sich darum direkt an den Sänger: «Hey Stress, deine Kleider sind hipp. 4000 Franken Monatslohn - mach du mit!», haben sie auf ihre Plakaten geschrieben.
Gegenüber der bz nahm Metro Boutique gestern keine Stellung.