Vandalismus

Monatelange Schilderplage nach Basler Frauenstreik – der Staat zahlt immer noch Reinigung und Ersatz

Überklebte Strassenschilder sorgten für Erheiterung und Aha-Effekte während des Frauenstreiks. Doch die Kleber auf den Strassenschilder waren hartnäckig – und hingen monatelang in Basel. Die neuen Schilder bezahlt der Staat.

Die Aktion sass. Anlässlich des Frauenstreiks vom 14. Juni wurde nicht nur der Basler Roche-Turm mit einem gigantischen Logo bestrahlt, Aktivistinnen überklebten in der Nacht auf den Streiktag auch diverse Strassenschilder in Gedenken an Figuren der Frauengeschichte. So hiess der Tellplatz im Gundeli neu Heidiplatz, aus der Mittleren Brücke wurde die Streikallee und aus der Utengasse die Goegg-Pouchoulin Gasse. Das sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit für die Anliegen der aktuellen Frauenrechtsbewegung.

Doch so unterhaltsam bildungsbürgerlich die Schilderaktion war, so zäh war sie: Der Kleber hält gut, die papiernen Beschriftungen überlebten die Hitze und ein paar Regentage im Sommer. Sehr zum Leid einiger Anwohner: Das zum Hausarbeitsberg deklarierte Imbergässlein im Herzen der Innenstadt nervte einen Nachbarn mit der Zeit derart, dass er sich auch bei der Redaktion der bz beschwerte. Zumal sichtlicher trotz Entfernungsversuche die Reminiszenz an den Frauenstreik einfach nicht weichen wollte.

Vandalismus zu Lasten der Basler Staatskasse

«Wenn ein Schild stark verklebt ist, lohnt es sich, dieses ganz zu ersetzen», sagt Martina Hilker, Sprecherin des Basler Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), auf Anfrage der bz. Was im Zug der Recherche auch gleich getan wurde: Kurz nach Eintreffen der Antworten waren die Schilder am Imbergässlein und am Tellplatz sogleich durch neue ersetzt worden.

Das kostet – und zwar den Staat. Denn, so Hilker: «Vandalismus führt immer zu Folgekosten für die Staatskasse, es sei denn, die Verursacher sind bekannt und können belangt werden.» Nach dem Frauenstreik sei eine bereichsübergreifende Equipe mit der Beseitigung der Schäden durch den Frauenstreik beauftragt worden. Gereinigt oder ersetzt wurde nach Prioritäten der Verkehrssicherheit. «Generell können wir sagen, dass neben dem Frauenstreik auch während der Basler Fasnacht Schilder beklebt werden.» Dasselbe gelte für FCB-Kleber. Auch hier wird in der Regel zulasten der Steuerzahler aufgeräumt.

Das BVD sei froh um jeden Hinweis, wo es noch veränderte respektive überklebte Tafeln habe, damit diese «relativ zeitnah» gereinigt werden können. Grundsätzlich sei nach einer Meldung allerdings mit bis zu zwei Wochen zu rechnen, bis die Schilder gereinigt sind. Gemessen an den bis zu vier Monaten, die einige Streikschilder überdauerten, also eine relativ kurze Zeit.

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