Abstimmung

Morins Versprechen reicht nicht aus: Rhein Club will Vorvertrag für neue Kaserne

(Archiv)

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Während der Rhein Club befürchtet, nach dem Umbau der Kaserne keinen Raum mehr zu haben, vertraut der Fähri-Verein auf die Ansage der Regierung.

In etwas mehr als zwei Wochen ist klar, was mit der Kaserne passiert. Die Gegner kritisieren, langjährige Mieter hätten keine Planungssicherheit für die Zeit nach dem Umbau. In den Plänen der Architekten ist zwar ein Raum für den Rhein Club Basel und den Fähri-Verein Basel eingetragen. Regierungspräsident Guy Morin hat zudem mehrmals versprochen, dass die bisherigen Nutzer nach dem Umbau wieder einen Raum in der Kaserne nutzen könnten: «Einen Vorvertrag können wir ihnen erst nach der Abstimmung geben.»

Das reicht André Rotach nicht: «Das ist doch keine Garantie. Wenn es dann plötzlich hart auf hart kommt, vergisst man uns.» Der Präsident des Rhein Clubs hat Angst, dass sein Verein plötzlich «auf der Strasse steht, weil wir nichts Schriftliches in der Hand haben».

Einiges gelassener sieht es Remo Gallacchi. Der Präsident ad interim des Fähri-Vereins geht davon aus, dass dieser auch nach der Sanierung in der Kaserne bleiben kann: «Der Druck aus Politik und Bevölkerung ist relativ gross.» Er vertraue in dieser Sache auf die Versprechen der Regierung. «Das Wort von Guy Morin sollte auch im Sinne der ganzen Regierung sein», sagt Gallacchi. Als CVP-Grossrat fügt er an: «Ein fehlender Vorvertrag kann kein Grund sein, ein ganzes Bauprojekt abzulehnen.»

Basel fehlt eine Ruder-Lobby

Von den bisherigen Nutzern der Kaserne hat einzig die Moschee-Kommission einen Vorvertrag. Rotach befürchtet, dass sich Morin von ihr hat unter Druck setzen lassen und der Vorvertrag nur deshalb zustande kam. Dem Rhein Club würden dafür die Ressourcen fehlen. «Wir sind halt nur Ruderer. Anders als für die Moschee ist es für uns schwierig, eine Lobby aufzubauen.»

Trotzdem betont Rotach, dass er nicht grundsätzlich gegen die Sanierung der Kaserne und die Pläne des Kantons sei. Dass die Mauern bröckeln und etwas getan werden muss, ist auch ihm klar. «Ich wünsche mir einfach, dass wir nach dem Umbau wieder einen 50 Quadratmeter grossen Raum haben.» Die jetzige Fläche ist fast doppelt so gross und erst noch günstig. Über den genauen Mietzins gibt Rotach keine Auskunft, befürchtet aber, dass sich sein Verein die Miete nach dem Umbau nicht mehr leisten kann.

Damit die Kaserne nach dem Umbau ohne zusätzliche Subventionen betrieben werden kann, müsse eine durchschnittliche Miete von 170 Franken pro Quadratmeter und Jahr erwirtschaftet werden, schreibt das Präsidialdepartement. Für einen 50-m2-Raum wären das 8500 Franken pro Jahr beziehungsweise 708 Franken pro Monat.

Mit der Kulturwerkstatt Kaserne seien Mietzinse zwischen 100 Franken pro Quadratmeter und Jahr fürs Lager und 230 Franken pro Quadratmeter und Jahr für Büros vereinbart worden. Für die Moschee-Kommission sei der Mietzins im Vorvertrag analog der Kulturwerkstatt Kaserne vereinbart worden.

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