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Moritz Suters Pleite-Airline sitzt auf 20 Millionen Franken Schulden

Carpatair hat 20 Millionen Franken Schulden.

Carpatair hat 20 Millionen Franken Schulden.

Die rumänische Fluglinie Carpatair ist insolvent. Die Airline, die von Moritz Suter mitbegründet wurde, sitzt auf einem Schuldenberg von 20 Millionen Franken. Aufgeben wollen die Rumänen aber noch nicht. Sie arbeiten an einem Rettungsplan.

Letzte Woche flog die rumänische Carpatair definitiv in die Insolvenz. Gerüchte über finanzielle Engpässe hatte es schon länger gegeben.

Als Grund für den Absturz nannte die Airline die Kosten für einen teuren Rechtsstreit mit dem Flughaben Timisoara in Siebenbürgen.
Neu aufgetauchte Dokumente enthüllen nun, dass das so nicht stimmt. Der Flughafen ist in den Unterlagen nicht zu finden und auch Forderungen, die mit dem Rechtsstreit im Zusammenhang stehen, tauchten nicht auf, schreibt «20 Minuten» unter Berufung auf einen Bericht der rumänischen Zeitung «Redesteptarea».

Die Schulen der Pleite-Airline belaufen sich nach diesen Angaben auf 75 Millionen Leu, das sind umgerechnet 20 Millionen Franken. Rund eine Million Franken habe die Airline noch verfügbar, so das rumänische Blatt. Unter den Gläubigern mit Millionen-Forderungen befindet sich demnach auch das Social-Media-Netzwerk Facebook.

Der Schweizer Anwalt Georg Wiederkehr, der noch immer im Verwaltungsrat der Airline sitzt, dementiert das. Man habe alle Prozesse gegen den Flughafen gewonnen, sagt er auf Anfrage der bz. Die müssten nun zahlen. Was sie aber nicht tun.

Deswegen hat das Unternehmen sich unter Gläubigerschutz begeben. «Wir haben nun drei Jahre Zeit, die Sache zu regeln», sagt Wiederkehr. Im Klartext heisst das: Die Fluggesellschaft sucht neues Geld. Dieses werde sie aber nur finden, wenn sie einen Plan vorlegen können, der ein nachhaltiges Business mit der existierenden Flotte von vier Maschinen aufzeige, so Wiederkehr weiter.

Gegründet wurde die Airline im Jahr 2000 von Moritz Suter und weiteren Investoren. Suter holte damals die Investoren an Bord, die auch bei der Gründung seiner Crossair beteiligt gewesen waren, nämlich Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, den Franke-Küchen-Chef Michael Pieper und den Zürcher Wirtschaftsanwalt Georg Wiederkehr.

Suter selbst hat mit der Airline nichts mehr zu tun. Er habe sich vor zwei Jahren zurückgezogen, sagt Wiederkehr. Wie viel Geld Suter in Carpatair verlocht hat, ist unklar.

Nach der Swissair und Hello ist die Carpatair bereits die dritte Airline, bei der Suter die Hände im Spiel hatte, die finanziell nun Pleite geht. (rsn)

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