Das Schiff hatte seine Ladung gelöscht und machte sich eben auf den Heimweg, als der Unfall passierte: Der Tankfrachter kollidierte am Dienstagabend mit der Ufermauer des Elsässerrheinwegs und verursachte dabei eine beachtliche Bresche.

Auf Grossbasler Seite, Höhe Novartis-Campus, rammte der Bug in die Kalksteinverkleidung der 2016 eingeweihten Uferpromenade und drückte dabei die Mauer ein. Auch der Rumpf des Schiffes nahm Schaden. Der Schiffsführer und die drei Matrosen, die sich zu der Zeit an Bord befanden, wurden nicht verletzt.

Motor setzt aus

Kurz nach 19 Uhr hatte das in Deutschland registrierte Schiff seinen Anlegeplatz auf der gegenüberliegenden Rheinseite an der Uferstrasse verlassen, um die Rückfahrt anzutreten. Das Schiff versuchte dabei, auf dem Rhein zu wenden – ein vollkommen übliches Manöver, wie Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) auf Anfrage erklärt: «Schiffe halten immer mit dem Bug aufwärts, auch beim Anlegen.»

Als der Frachter in einem 45-Grad-Winkel in die Strömung abgedreht hatte, setzte der Hauptmotor plötzlich aus. Zwar verfügen Schiffe dieses Typs über Nebenmotoren, doch reichte deren Kraft nicht aus, das Gefährt zu navigieren. Das Schiff glitt wegen seiner Trägheit ungebremst durchs Wasser und kollidierte wenige Minuten später um 19.20 Uhr mit der Berme beim Novartis-Campus.

Nach dem Aufprall sprang der Motor wieder an, worauf der 34-jährige Kapitän das Schiff mithilfe der Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt zum gleichen Liegeplatz auf Kleinbasler Seite zurücksteuerte. Weshalb der Motor plötzlich aussetzte, lässt sich noch nicht sagen, der Unfall sei Gegenstand einer technischen Untersuchung, so Yerguz. Auf die Möglichkeit eines menschlichen Versagens angesprochen, sagt der JSD-Sprecher: «Wir schliessen nichts aus.» Eine Atemalkoholprobe beim Schiffsführer fiel zumindest negativ aus.

Mehrere Tausend Franken

Motorausfälle kämen nicht häufig vor, sagt Yerguz, «aber auf einem Fluss wird es schneller gefährlich als beispielsweise auf einem See». Für Basel lasse sich diesbezüglich kein Muster erkennen. Auch Simon Oberbeck, Leiter Kommunikation und Verkehrspolitik der Schweizerischen Rheinhäfen, betont, dass es auf dem Rhein sehr wenige Unfälle gebe, «verglichen mit dem Strassenverkehr. Flüsse gehören zu den sichersten Verkehrsträgern.»

Der Schaden an der Berme lasse sich noch nicht beziffern, sagt Daniel Hofer, Co-Leiter Kommunikation des Bau- und Verkehrsdepartementes: «Aber er wird in der Höhe von mehreren Tausend Franken liegen.» Der Uferweg ist weiterhin passierbar, die Unfallstelle wird vorerst mit einigen Baulatten abgesperrt. Wie lange die Reparatur dauern werde, hänge auch davon ab, wie stark die Mauer hinter den Kalksteinen beschädigt worden sei, so Hofer.