Die Personalie warf keine Wellen, aber sie hat es in sich: Messe-Schweiz-Chef René Kamm übernimmt am kommenden Freitag neben der Gesamtverantwortung der Gruppe auch die Führung des Geschäftsbereichs Fach- und Publikumsmessen, sprich Muba, Comptoir Suisse Lausanne und Züspa Zürich.

Damit integriert die MCH-Group diese Messen punkto Organisation und Führung noch viel stärker als bisher. Auch andere personelle Wechsel hängen mit der Neuorganisation zusammen. Stephan Peyer, bisher verantwortlich für den von Kamm übernommenen Geschäftsbereich, wird auf den 1. November die Funktion des Chief Development Officer (CDO) übernehmen. Er folgt auf Christoph Neuenschwander, der sich selbstständig macht.

«Das war einer der Auslöser, da ein Nachfolger für den CDO gefunden werden musste. Peyer ist dafür der ideale Mann, weil er auch das Messewesen sehr gut kennt», sagt MCH-Mediensprecher Christian Jecker. Neuenschwanders Abgang hänge nicht mit Umstrukturierungen in der MCH zusammen. Er hat diesen schon im Frühling angekündet und würde noch immer für gewisse Projekte zur Verfügung stehen. Klar sei, dass Peyer als CDO die Unternehmensentwicklung der drei Messen besser vorantreiben könne, wenn er vom Alltagsgeschäft entlastet sei, sagt Jecker.

Nicht alle sind begeistert

Peyer übernimmt zudem ad interim die Leitung des Comptoir Suisse in Lausanne. Dessen Chef Béat Kunz hatte die Firma bereits Anfang 2013 verlassen, offenbar nicht gerade in grosser Freude. Auch Muba-Chef Chris Eichenberger gefielen die Umwälzungen in der Gruppe nicht – ein offenes Geheimnis. Er ist neu beim Musical Theater. Ebenfalls bekannt ist, dass Christophe Biollaz per 1. Januar 2014 neuer Finanzchef wird. Er löst den in Pension gehenden Markus Haering ab.

Auf Peyer folgt Peier

Peyers Nachfolger für das operative Geschäft der Fach- und Publikumsmessen heisst zufälligerweise wiederum Peier, aber mit i geschrieben und Didier mit Vornamen. Er ist Kamm direkt unterstellt. Die Züspa gehört seit 2001 zur MCH-Gruppe, die Beaulieu Exploitation mehrheitlich seit 2010.

Komplexe Organisation

Wie muss man sich die Verflechtung der drei Messen vorstellen? «Das ist ein komplexes Vorhaben», sagt Jecker. Beispielsweise sollen neue Messekonzepte für alle drei Standorte gemeinsam entwickelt werden. Damit fallen die Entwicklungskosten nur einmal an. Als Beispiel nennt er die Eco-Expo (Kasten oben). Regionale Besonderheiten könnten in diesem System gleichwohl berücksichtigt werden: Möglicherweise sind die Bedürfnisse in Lausanne anders als in Basel und Zürich. Für hoch spezialisierte Fachmessen wie etwa die für Strom, Verpackung oder Schüttgut (die gibt es wirklich) sei das Synergiepotenzial kleiner, da diese Messen in der Regel bereits auf den ganzen nationalen Markt ausgerichtet sind. Die sogenannte Matrix-Organisation ermögliche es auch, dass beispielsweise Konzepte der Züspa von der Beaulieu übernommen würden. Auch das helfe Kosten vermindern. «Wir sind diesbezüglich sehr flexibel.»