Wenn in drei Wochen die letzte Ausgabe der Muba stattfindet, dann wollen die Organisatoren das angemessen feiern. Dafür haben sie Ungewöhnliches im Sinn: Sie wollen mit den Fasnächtlern gemeinsame Sache machen. Am Dienstag schickten sie in Zusammenarbeit mit dem Basel Tattoo an sämtliche Basler Cliquen und Guggen eine Einladung zum «Halle-Gässle», das am 16. Februar stattfinden soll. «Da die Muba dieses Jahr auch Teil des Fasnachtssujets ist, sind wir auf die Idee gekommen, dass es schön wäre, wenn auch die Fasnacht sich von der Muba verabschieden würde», so Muba-Sprecherin Sabrina Oberländer. Geplant sei ein «wildes, aber organisiertes Gässeln durch die Messehalle».

Es ist eine Idee, die bei Fasnächtlern nicht gut ankommt. Bisher haben sich erst vier Formationen angemeldet: drei Guggen und eine Chaise. «Wir sind zuversichtlich, dass noch weitere Anmeldungen reinkommen», sagt Andreas Kurz, der mit dem Basel Tattoo die Muba bei der Planung unterstützt.

«Eine Form von Sauglattismus»

Bisher sieht es aber vor allem bei den Cliquen nicht so aus, als sei grosse Lust dazu vorhanden. Noch keine einzige hat sich angemeldet, obwohl die Muba in einer Pressemitteilung bereits Anfang Januar von «verschiedenen Cliquen», berichtete, die am Anlass teilnehmen werden.

«Wir von der Alten Garde sind nicht daran interessiert, mitzumachen», sagt beispielsweise Markus Bühler, der Obmann der Alten Garde der VKB-Clique auf Anfrage der bz. Die Clique führe bereits zweimal jährlich ihre Marschübungen in der Stadt durch. «Wir haben kein Interesse daran, kostümiert durch eine Halle zu rennen. Das können die Jüngeren machen.» Ein Entscheid, den Andreas Kurz, selbst Mitglied bei der VKB-Clique, bedauert. «Natürlich würde ich es begrüssen, wenn die Alte Garde der VKB dabei wäre. Aber das ist letztlich natürlich ihre Entscheidung.»

Ebenfalls bereits abgesagt hat der Dupf Club: «Für uns als Clique kommt die Teilnahme nicht infrage», so der Obmann der Clique, Marc Sauter. Es handle sich zwar um eine witzige und sujetbezogene Idee der Messeverantwortlichen. Doch Sauter sagt auch: «Im ersten Moment haben wir die Einladung für ein Fasnachtssujet gehalten.» Ausserdem sei die Ankündigung viel zu spät eingetroffen, die Vorbereitungen für die Fasnacht seien längst in vollem Gange. Und er fügt an: «Die Messe hat nichts mit der ursprünglichen Fasnacht zu tun. Das ist für mich eine Form von Sauglattismus.»

Ärger über Basel Tattoo

Auch die Tatsache, dass das Basel Tattoo als Organisator beteiligt ist, stösst einigen Fasnächtlern sauer auf, wie der Obmann berichtet. «Man versucht mittlerweile überall, die Fasnacht reinzubringen. Ich finde das Basel Tattoo super, aber es ist keine Sommerfasnacht», so Sauter.

Trotz der klaren Worte der Obmänner: Für Organisator Kurz sind die Absagen kein Grund zur Sorge. «Auch wenn es ein kurzfristiges Projekt ist, ist es noch zu früh, um Bilanz zu ziehen», betont er. Noch bis zum 25. Januar haben die Fasnächtler Zeit, sich für den Anlass anzumelden. Kurz hofft, dass er bis dann noch von einigen Cliquen eine Zusage erhält. «Es wäre natürlich lässig, wenn auch einige Pfeifer und Trommler dabei wären.» Auch wilde Gruppierungen seien willkommen.