Ausstellung

Muba: Weit und breit sieht es nach Chaos aus

Am Vortag der Eröffnung der diesjährigen Muba regiert bei vielen Ausstellern die Hektik – aber nur auf den ersten Blick.

Mit Plastikfolien abgedeckte Böden, zahlreiche Paletten auf Gabelstaplern und Kisten, die sich meterhoch türmen. Auf den Ausstellungsflächen der Muba sieht es aus wie in der Lagerhalle eines Baumarkts. Dass die Eröffnung der 95. Ausgabe der Erlebnismesse nur noch 18 Stunden entfernt sein soll, erscheint dem Betrachter ziemlich unrealistisch.

Als grosse Baustelle präsentiert sich beispielsweise der Stand des FC Basel. Mit dem FCB-Rennwagen aus der Super-League-Formula ist ein Blickfang zwar strategisch günstig platziert, doch die oberen Wandregale unter den Spielerpostern sind noch leer. Shirts und Mützen erkennt man nur, wenn man in geöffnete Kisten schielt. Entsprechend zügig verrichten drei Männer ihre Arbeit. Nervosität kommt aber keine auf, versichert Diego Fiechter. «Wir wissen, wie es geht und sind im Zeitplan», sagt der Filialleiter des FCB-Fanshops. Ein grosser Teil der Arbeit wurde ohnehin im Vorfeld erledigt. «Die Ware wurde im Shop etikettiert und gesichert. Wir müssen sie nur noch ausstellen», erklärt er.

550 Kleidungsstücke positionieren

Parallelen zu einem Arbeitstag an einem Heimspiel seien durchaus vorhanden, findet Fiechter. «Das Gedränge ist hier natürlich nicht so gross, deshalb sind die Produkte in einer geringeren Stückzahl vorhanden. Wichtig ist einfach, dass sie vorhanden sind.»

Eine Etage höher, im zweiten Stock, scheinen die Aufbauarbeiten noch schleppender voranzugehen. Teilweise ist nicht auszumachen, wer was ausstellt. «‹Nina Boutique› aus Augsburg, wir verkaufen Lederbekleidung», sagt Ingeborg Gaupties auf Anfrage. Sorgen, dass die Zeit knapp werden könnte, hat sie nicht: «Ich warte nur auf den jungen Mann, der mir die Kleiderständer bringen soll. Dann räume ich die Ware ein.» Rund 550 Kleidungsstücke gilt es zu positionieren, danach müssen noch ein paar Stühle und Tische zugedeckt werden. «In zwei Stunden bin ich fertig», ist sie überzeugt.

35 Messen im Jahr

An 35 Messen im Jahr – vorwiegend in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz – sind Ingeborg Gaupties und ihr Mann mit «Nina Boutique» vertreten – und das seit rund 40 Jahren. Den Stand so spät auszustatten, ist eine bewusste Entscheidung. «Je kurzfristiger die Ware vor der Eröffnung eintrifft, desto geringer ist die Gefahr, bestohlen zu werden», erklärt sie. Opfer von Dieben ist sie mehrfach geworden, «doch nie in Basel», wie sie versichert.

Als Oase der Ruhe im hektischen Treiben erscheint der Stand von «Schumacher Print Systems». Über ein Dutzend Drucker, Kopierer und Faxgeräte sind schön positioniert und das Licht ist an. Eigentlich könnte es losgehen, doch auch hier trügt der Schein – wenn auch nur ein wenig. «Wir müssen noch ein paar Sachen ans Netzwerk anbinden», sagt Benjamin Gerschwiler, der sich mit drei Kollegen darum kümmert. Länger als eine Stunde sollte es aber nicht mehr in Anspruch nehmen.

Den Vorsprung beim Aufbauen schreibt Gerschwiler einerseits der Tatsache zu, dass die Firma eine Filiale in der Nähe hat. Zum anderen sei alles eine Frage der Vorbereitung, findet der Verkaufsberater im Aussendienst. Daneben erfordert die Tätigkeit im Vorfeld der Muba für die Mitarbeiter von «Schumacher Print Systems» kaum Umstellungen. «Wir machen eigentlich genau das, was wir bei den Kunden machen», so Benjamin Gerschwiler.

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