Patrick Hafner kündigte sich in der «Schweiz am Sonntag» an. Michel Rusterholtz zog wenig später in der «Basler Zeitung» nach. Und am Montag reichte nun auch Lorenz Nägelin über die Medien seine Bewerbung ein. In der SVP wollen sich mehrere Kandidaten öffentlich in Stellung bringen. Bis nächste Woche läuft noch die interne Bewerbungsfrist, anschliessend entscheidet der Vorstand, welche Kandidaten er den Mitgliedern zur Vorlage präsentieren will.

Dieser ist wenig erfreut über das Vorgehen der einzelnen Aspiranten auf das Amt. Parteipräsident Sebastian Frehner äusserte sich schon nach den Ankündigungen von Hafner und Rusterholtz in der «Tageswoche» verstimmt über den Alleingang seiner Kollegen. Zu Lorenz Nägelin sagt er: «Jeder muss selber wissen, wie er vorgehen will. Nägelin muss man zugute-halten, dass er sich zumindest nicht negativ gegenüber anderen Kandidaten geäussert hat.» Disziplinlosigkeit will er seiner Partei aber nicht vorwerfen lassen: «Im Prinzip ist das ganze Geplänkel ja auch nicht so wichtig. Es ist mir lieber, wenn sich viele Kandidaten melden, als wenn es heisst, bei der SVP gäbe es keine geeigneten Personen.»

Hafner und Nägelin traten bereits 2012 zusammen zu den Regierungsratswahlen an. Im ersten Wahlgang holte Hafner damals 8084, Nägelin 7852 Stimmen. Der später gewählte Baschi Dürr konnte damals die Gunst von etwas über 17 000 Wählerinnen und Wähler auf sich vereinen. Schon 2008 war Hafner angetreten, damals erreichte er noch 8434 Stimmen.

Gegen Lukas Engelberger trat 2014 hingegen Vizepräsident Eduard Rutschmann an. Auch er zeigt sich wenig erfreut über Nägelins Medienmitteilung, zumal er im Vorfeld nicht über diesen Schritt informiert worden war: «Das ist nicht klug und schade für die Partei.» Der langjährige Fraktionspräsident Nägelin griff seine Mitkandidaten indes nicht an: «Das liegt mir fern. Ich wollte einfach den Spekulationen ein Ende setzen.» Dennoch: Die anderen Parteien zeigen grössere Einheit, wenn es um das Vorstellen der eigenen Kandidaten geht. Der Grund für das Vorpreschen dürfte wohl darin liegen, dass mit dem bürgerlichen Viererticket die Chancen auf einen Sitzgewinn bei den Rechten nie so gross waren.

Brenneisen bei der SVP?

Zudem soll Ex-Novartis-Schweiz Chef Pascal Brenneisen in den letzten Tagen SVP-Mitglied geworden sein. Dieser war gestern für eine Stellungnahme gegenüber der bz nicht erreichbar. An ihm spalten sich die Meinungen auch innerhalb der SVP.