Basels Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hat noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. «Wir werden in der Bildungs- und Kulturkommission diskutieren müssen, ob wir überhaupt genügend Grundlagen haben, um über die Kreditvorlage befinden zu können», sagt die interimistische Kommissionspräsidentin Franziska Reinhard. Zusammen mit Baudirektor Hans-Peter Wessels hatte Ackermann am Donnerstag die Pläne für den Neubau des Naturhistorischen Museums Basel (NMB) präsentiert. Bis 2025 soll beim Bahnhof St. Johann ein gemeinsames Projekt mit dem Staatsarchiv entstehen. Dazu beantragt die Regierung dem Grossen Rat einen Kredit über rund 214 Millionen Franken.

Vorgaben nicht eingehalten

In der vorberatenden Bildungs- und Kulturkommission (BKK) stossen die Pläne auf breite Skepsis: «Das Projekt erscheint schön, aber überdimensioniert und sehr teuer», sagt Stephan Mumenthaler. Der FDP-Grossrat kritisiert, dass die Betriebskosten um über zwei Millionen Franken steigen sollen. Dabei habe die BKK bereits 2013 gefordert, dass das Projekt kostenneutral sein soll. Begründet werden die Mehrkosten unter anderem mit einem Flächenzuwachs. «Wer hat das eigentlich entschieden?», fragt sich Mumenthaler.

So ist immer noch offen, wie der Berri-Bau nach dem Auszug des Naturhistorischen Museums genutzt werden soll. Ob das Antikenmuseum einziehen kann, soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, die weiter auf sich warten lässt. Mumenthaler spricht von Salami-Taktik der Regierung. «Damit bleibt vorderhand auch offen, welche Folgekosten das Projekt mit sich bringt», sagt auch SP-Grossrätin Reinhard. Gerade nach dem Finanzengpass beim Erweiterungsbau des Kunstmuseums seien diese Aufwände kritisch zu hinterfragen.

Die hohen Bau- und Betriebskosten stossen auch der SVP sauer auf. Gleichzeitig seien noch sehr viele Fragen offen, findet auch Grossrat Joël Thüring. «Es ist tatsächlich zu diskutieren, ob die Kommission die Vorlage überhaupt schon beraten soll.» Noch lässt die SVP offen, ob sie das Referendum gegen den Neubau ergreifen will.