In St. Petersburg geboren und dort von Alexander Glasunow kompositorisch ausgebildet, schloss sich Arthur Vincent Lourié 1912 den russischen Futuristen an. Mit den Picasso gewidmeten «Formes en l'air» (1915) für Klavier schuf er das erste musikalische Mobile und eine Vorform der so genannten Musikalischen Grafik.

Vorläufer der Zwölftonmusik

Schon 1912 begann er - ein Jahrzehnt vor Arnold Schönberg - mit Zwöltonkomplexen zu komponieren. Aus dem Anreger der Vierteltonmusik und dem Wegbereiter der Minimal Music wurde schliesslich ein Verfechter der Neuen Sachlichkeit und ein brillanter Neoklassizist.

Der mit der Dichterin Anna Achmatowa und mit Igor Strawinsky befreundete Avantgardist wirkte in der jungen Sowjetunion als erster Musikminister. Nachdem er sich 1922 auf einer Dienstreise als bolschewistischer Kommissar abgesetzt hatte, lebte er bis 1941 in Paris. Die deutsche Besetzung trieb den konvertierten Juden damals ins amerikanische Exil.

Basler Gründung

Seit 2005 setzt sich die vom Violinisten Stefan Hulliger gegründete und geleitete Arthur Lourié Gesellschaft Basel mit Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen für den von Gidon Kremer mitentdeckten Pionier der modernen Musik ein.

Auf dem Programm der achten Veranstaltungsreihe stehen die Weltpremiere des Liedes "Paysage de Sons" nach Worten von Vincent van Gogh und die schweizerische Erstaufführung von Liedern nach Gedichten von Mallarmé und Verlaine.

In einer Buchpremiere («Der grosse Bruch - Russland im Epochenjahr 1913») von Felix Philipp Ingold, einem Gesprächskonzert, einer Sonntagsmatinee mit Malerei, Installation und Performance sowie einem Konzert mit Musik von Lourié, Debussy, Poulenc, Ravel und Martin durchdringen sich verschiedene Künste ganz im Sinne des stilpluralistischen Multitalents Lourié.