Für kleine und mittelgrosse Familienfirmen ist es oft schwierig, einen geeigneten Nachfolger zu finden, sei es als neuer Besitzer, sei es als Firmenchef. Meist bleibt da nur eine Übernahme. Oder die Firma wird dichtgemacht, im schlimmsten Fall. Letzteres blieb der alteingesessenen Basel Baufirma Schmid-Schwarz an der Socinstrasse (Gründung 1895) erspart, nicht aber ersteres.

Mit der Muttenzer Firma Edmund Jourdan (1881) fand Schmid-Schwarz ein passendes Pendant. Die Firma und der pittoreske Basler Sitz mit dem Werkhof wird zumindest mittelfristig erhalten bleiben. Der bisherige Chef, der zufälligerweise auch Jourdan heisst, zieht sich nach und nach zurück – ein für alle Seiten praktikables Vorgehen, wie es scheint.

«Es hat sich so ergeben», sagt Philipp König, Verwaltungsratspräsident der Jourdan und der Schmid-Schwarz AG im Gespräch mit der bz. «Es trifft sich gut, weil wir Richtung Stadt expandieren und vermehrt auch Sanierungen machen wollen. Schmid-Schwarz ist spezialisiert auf diesem Gebiet.» Man helfe sich gegenseitig auch beim Personal aus. Jourdan hat rund 50 Mitarbeitende auf der Lohnliste, Schmid-Schwarz 15. Alle seien übernommen worden, sagt König. Die Übernahme fand auf den 1. Januar 2014 statt.

Es sei auch möglich, dass sich die Firmen gegenseitig Aufträge zuhalten können, je nach vorhandenen Kapazitäten. Beide Firmen leben nach dem Prinzip «alles aus einer Hand», was Expertisen, Planung und sämtliche mit dem Bau verbundenen Arbeiten umfasst.

Umsatz stark, Gewinne schwach

König räumt ein, dass die Erträge im Neubaugeschäft «bescheiden bis schlecht» seien, dies trotz guter Auftragslage. Jourdan macht zwei Drittel des Umsatzes von rund 10 Millionen im Neubau, ein Drittel im Sanierungsbereich. Zusammen mit Schmid-Schwarz verschiebt sich das Verhältnis auf 1:1. Die Basler Firma hat mit Daniel Mäder einen eigenen Geschäftsführer, der bisherige, Christoph Jourdan, bleibt noch im Geschäft. Seine Kompetenz als kantonaler Energieexperte (Geak) können beide Firmen sehr gut gebrauchen. Schmid-Schwarz baut derzeit beispielsweise das Uhrengeschäft Schweizer+Spinnler am Marktplatz um.

Die Leitungsstruktur bei Jourdan ist ganz flach. «Wir haben sozusagen keinen Chef, wir sind in der Geschäftsleitung Partner. Das ist ganz toll, aber nicht immer einfach», sagt König, der seit 1994 in der Firma Jourdan arbeitet.