FC Basel
Muttenzerkurve trotzt dem Alkoholverbot: «Kommt so betrunken wie möglich zum Spiel»

Die Basler Kantonspolizei stuft die Partie des FC Basel gegen den FC Zürich vom kommenden Samstag als Hochrisiko-Spiel ein. Jetzt reagiert die Muttenzerkurve mit einer Gegenprovokation.

Leif Simonsen
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Am Samstag trifft der FC Basel im St. Jakob-Park auf den FC Zürich. Die Basler Kantonspolizei gibt der Super-League-Partie den Stempel «Hochrisiko-Spiel».
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Muttenzerkurve reagiert – FCB vs. FCZ Hochrisiko-Spiel
Zuletzt wurde die Partie zwischen der Schweizer Nationalmannschaft und England im Jahr 2014 mit dem Label «High Risk» versehen.
2012 stufte die Verantwortlichen der Stadt Zürich die Partie zwischen den Grasshoppers und dem FC Basel als «Hochrisiko-Spiel» ein. Es blieb ruhig.

Am Samstag trifft der FC Basel im St. Jakob-Park auf den FC Zürich. Die Basler Kantonspolizei gibt der Super-League-Partie den Stempel «Hochrisiko-Spiel».

Keystone

Am Samstag kommt es zum Klassiker FCB gegen FCZ. Dabei interessiert im Vorfeld weniger das Sportliche, seit die Basler Kantonspolizei entschieden hat, die Partie als Hochrisikospiel einzustufen. Denn das bedeutet, dass der Ausschank von Alkohol in und vor dem Stadion verboten ist. Nun hat die Muttenzerkurve reagiert. Auf der Homepage muttenzerkurve.ch schreiben die FCB-Fans, was sie vom Alkoholverbot halten. Sie bezeichnen das Ganze nämlich als «Schnapsidee» und setzen zur Gegenprovokation an.

Um gegen die «Pseudomassnahmen» zu protestieren, haben sie die FCB-Fans aufgefordert, möglichst betrunken an den Match zu gehen. Damit solle aufgezeigt werden, wie absurd das Alkoholverbot sei. Der O-Ton auf der Homepage: «Mir ruefe drzue uff, am Samschtig möglichst betrunke ins Joggeli z ko. Parat aber au zum d Mannschaft mit aller Kraft voraaztriibe, vor allem wenns nid sött laufe wie gwünscht.» Damit das Unterfangen glückt, gibts auf der Plattform ab 16:15 Gratis-Bier für alle. «S het so langs het und s het vill», schreiben die anonymen Homepagebetreiber.

Überraschend kommt die Aktion für den SP-Grossrat Thomas Gander nicht. «Kollektivmassnahmen gegen Fans provozieren bekanntermassen Gegenprovokationen. Der Streitpunkt, ob ein Alkoholverbot zielführend ist oder nicht, bleibt immer der gleiche. Die aktiven Fans trinken vergleichbar wenig während eines Spiels. Sie bleiben für gewöhnlich in der Kurve stehen und unterstützen die Mannschaft.» Die Polizei, die mit einem Grossaufgebot vor Ort sein wird, will sich zur Aktion nicht äussern. Polizeisprecher Toprak Yerguz sagt lediglich: «Wir haben das Ganze zur Kenntnis genommen.»