Für die Basler Politik ist es eine Hiobsbotschaft: «Annette Schönholzer verlässt das Kunstmuseum Basel», teilt das Haus mit. Nach nur anderthalb Jahren geht die kaufmännische Direktorin im Juni bereits wieder. Museumsdirektor Josef Helfenstein dankt Schönholzer für Verbesserungen bei Abläufen und Controlling. In ihrer Zeit habe das Haus «einen wichtigen Schritt vorwärtsgemacht». Zu den Gründen für den Abgang will Sprecherin Karen Gerig nichts sagen.

«Es ist vorstellbar, dass Schönholzer zerrieben wurde zwischen Museum und dem Präsidialdepartement», sagt SVP-Grossrat Joël Thüring. Auch SP-Ratskollege Claudio Miozzari, wie Thüring Mitglied der Bildungs- und Kulturkommission (BKK), zeigt sich angesichts der schwierigen Finanzsituation des Museums vom Abgang wenig überrascht. Noch kritischer tönt es aus der Verwaltung: Schönholzer habe immer wieder schlechte Botschaften überbringen müssen. Das habe die Kulturabteilung nicht gerne gesehen. Nun habe Schönholzer unter dem Druck kapituliert.

Erneut Verzögerungen

Seit letztem Sommer ist bekannt, dass das erweiterte Kunstmuseum finanziell in Schieflage geraten ist. Helfenstein sprach von 2,5 Millionen Franken, die für den Betrieb fehlen. Wie hoch das strukturelle Defizit tatsächlich ist, solle eine Betriebsanalyse klären. Das zuständige Präsidialdepartement hätte diese bis im März vorlegen sollen. Das ist dem Mitbericht der BKK zum Budget 2018 zu entnehmen.

«Bis jetzt haben wir aber nichts gesehen und nichts gehört», sagt die interimistische Kommissionspräsidentin Franziska Reinhard. «Wir brauchen die Analyse aber jetzt.» Immerhin sei die BKK nun daran, die Rechnungen der Museen zu prüfen. Das sehen die Kommissionskollegen Miozzari und Thüring genauso: «Wir müssen leider feststellen, dass das Präsidialdepartement immer wieder Fristen nicht einhält», sagt Thüring. «Der Goodwill schwindet langsam, aber sicher.»

Der Grund für die Verzögerung liege in der Komplexität der Abklärungen, sagt Peter Gautschi vom Präsidialdepartement. Die Ergebnisse der Analyse würden «voraussichtlich im Sommer veröffentlicht werden». Gerade mit dieser Ausgangslage sei der Abgang von Schönholzer unglücklich. «Es ist sicher schlecht, dass es schon wieder zum Know-how-Verlust kommt», findet Thüring. Und Miozzari: «Es wäre wichtig, endlich Ruhe in den Betrieb zu bringen.»