Eric Weber wird im Basler Grossen Rat nur Einsitz nehmen, um gleich wieder zurückzutreten. Dies kündigte der Politiker der Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer (VA) gegenüber der bz an. Statt ins Rathaus werde er in den Nahen Osten auswandern.

Weber war 1984 der jüngste Grossrat. Nun wird er im zweiten Anlauf die wohl kürzeste Grossratskarriere aller Zeiten hinlegen. Der bz liegt die persönliche Erklärung vor, die Weber anlässlich der ersten Grossratssitzung vom 6. Februar verlesen will. Darin verkündet Weber an seinem ersten Amts-Tag seit zwanzig Jahren seinen sofortigen Rücktritt. Grund sei, dass die SVP ihn und seinen Parteigenossen Martin Gschwind nicht in die Fraktion aufnehmen will.

Bittere Klagen über Polizei

In seiner Rede beklagt sich Weber ausführlich über die Behandlung, die ihm in Basel widerfahren sei. Von Verfolgungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft ist die Rede. «Wie ein Hund» sei er durch die Strassen gejagt worden. Und davon, dass er sich hier nicht mehr zu Hause fühle. Zu viele Ausländer habe es im Kleinbasel, so der Grossrat. Um sogleich fortzufahren, seine Frau sei auch eine Ausländerin, sie stamme aus Deutschland.

Gegenüber der bz erklärte Weber, der zum Beweis mehrere arabische Presseausweise vorlegte, er werde nun nach Abu Dhabi übersiedeln. «Ich arbeite dort auf der Pressestelle eines Scheichs.»

Weber bezeichnet sich als «einzigen Sieger» der letzten Grossratswahlen. Im Oktober hatte seine VA, die nur im Wahlkreis Kleinbasel angetreten war, sechs Prozent der Stimmen geholt. Dies zum Entsetzen der übrigen Parteien. Und unter dem Verdacht des Wahlbetrugs, auf den auch die polizeilichen Untersuchungen zurückgehen, die Weber kritisiert.

Neu-Grossrat Eric Weber rastet nach seiner Wahl komplett aus: «Basel ist eine Verbrecherstadt»

Eric Weber rastete nach seiner Wahl in den Grossen Rat komplett aus.

«Den Grossrat Eric Weber gibt es nicht mehr», wird Weber am 6. Februar in den Saal rufen. Wer den Sitz erbt, ist noch unklar. Erster Nachrückender auf der VA-Liste ist Bernhard Hofer, Chef der «Vereinigung Ausländerstopp.» (dre)