Verkehr

Nach Angriffsserie: Geleitschutz für Tramlinie 3 erneuert – Basler Verhältnis zu Frankreich verbessert

Die Tramlinie 3 der Basler Verkehrs-Betriebe wird auf französischem Boden weiterhin beschützt.

Die Tramlinie 3 der Basler Verkehrs-Betriebe wird auf französischem Boden weiterhin beschützt.

Die Basler Verkehrs-Betriebe halten am Geleitschutz der Tramlinie 3 nach Frankreich fest. Zum Zug kommt die Alpha Security aus Illnau. Dafür haben sich die diplomatischen Wogen mit Frankreich geglättet.

Coronavirus hin oder her, die Tramlinie 3 der Basler Verkehrs-Betriebe erhält weiterhin Geleitschutz auf französischem Boden. Den Basler Verkehrs-Betrieben ist diese Sicherheitsmassnahme jährlich «geschätzte» 80'256 Franken Wert – exklusive Mehrwertsteuer, wie dem am Mittwoch publizierten Zuschlag für den Auftrag zu entnehmen ist. Mögliche Optionen sind im Preis nicht enthalten.

Durchgeführt wird die Bewachung von der Firma Alpha Security AG im zürcherischen Illnau. Die BVB haben mit der Firma bereits einige Erfahrung gesammelt. Der tägliche Geleitschutz ist schon seit kurz nach der Aufnahme des Fahrbetriebs auf der verlängerten Strecke nach Saint-Louis ein einzigartiges Phänomen auf dem Streckennetz der BVB. Er musste eingerichtet werden, nachdem es zu einer Serie von Attacken auf Wagenführer und Rollmaterial gekommen war. Zudem gab es schon früh Klagen über Elsässer Jugendliche, welche Fahrgäste belästigt hätten.

Das Sicherheitspersonal ist tagsüber unterwegs

Konkret geht es nun um den Einsatz von je zwei Personen, die zwischen 11 und 20 Uhr die Fahrzeuge der Tramlinie 3 begleiten – jeweils zwischen den Stationen Saint-Exupéry und Gare de Saint-Louis. Die Begleitung kann jedoch situationsbedingt jederzeit angepasst werden, heisst es seitens BVB.
Die Security erfüllt ihren Nutzen. So hält BVB-Sprecherin Sonja Körkel fest: «Die Situation auf der Linie 3 hat sich seit Umsetzung der Massnahmen in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden weitgehend beruhigt.» Der letzte bekannte Fall einer Grenzüberschreitung begab sich im April 2019. Damals wurden mehrere Wagenführer mit Laserpointern angegriffen, eine Wagenführerin wurde dabei verletzt und musste ärztlich behandelt werden.

Als gefährlich beziehungsweise schutzwürdig wird allerdings nicht nur die Fahrt auf französischem Boden eingeschätzt. Die Security-Firma kann laut Auftrag auf dem gesamten Streckennetz in Fahrzeuge der BVB patrouillieren. Dabei geht es laut Körkel um «die Sicherheitsbegleitung der Kontrollteams bei Schwerpunktkontrollen sowie um Fahrausweiskontrollen auf dem Nachtnetz».

Laserpointer, Steinwurf und diplomatischer Streit

Der französische Teil der Tramlinie, die seit Dezember 2017 von Birsfelden bis an den Bahnhof Saint-Louis fährt, hat eine kurze, aber bewegte Geschichte. Im November 2018 wurde die Scheibe eines Fahrzeugs per Steinwurf eingeschlagen. Damals wurde vor allem für die Begleitung der Abendkurse seitens BVB privates Sicherheitspersonal aufgeboten.

Dennoch kam es im April 2019 zu besagter Serie von Laserattacken, worauf sogar ein diplomatischer Streit zwischen Basel-Stadt und Saint-Louis entbrannte. Denn die BVB reagierten unverzüglich und stellten die Nachtkurse auf französischem Boden jeweils nach 20 Uhr ein. Sehr zum Missfallen der Honoratioren von Saint-Louis und damit des Südelsässer Gemeindeverbands Saint-Louis Agglomération.
Nach Einschreiten der mittlerweile verstorbenen Politiker Jean-Marie Zoellé und Alain Girny wurde zwei Wochen später der Abendbetrieb wieder aufgenommen – mit zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen durch die französischen Behörden. Seither scheint der Haussegen wieder gerade zu hängen. So sagt BVB-Sprecherin Sonja Körkel: «Wir stehen mit den französischen Behörden in einem stetigen und guten Austausch.»

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