Sportrandale

Nach Ausschreitungen: Die alten Fragen kommen auf

Nicolas Drechsler
Die Ausschreitungen nach dem Spiel vom letzten Sonntag werfen die immer gleichen Fragen auf.

Die Ausschreitungen nach dem Spiel vom letzten Sonntag werfen die immer gleichen Fragen auf.

Es ist wieder einmal so weit. Die Gewalt vor dem Joggeli ist eskaliert. Noch sind die letzten Details der Vorgänge nicht klar. Aber wir wissen: Neun Polizisten wurden verletzt, Polizeiautos wurden zertrümmert und teilweise angezündet. Das ist inakzeptabel. Und doch wird es sich wohl wiederholen.

Sei es bei einer Demo oder bei einem Fussballspiel, die Polizisten werden immer wieder zur Zielscheibe von Chaoten, Randalierern oder wie auch immer man die jeweils aktive Gruppe von Gewalttätern nennen mag. Die Forderungen, die nach solchen Vorfällen aufkommen, sind immer dieselben: Mehr Härte schallt es von der einen Seite, mehr Verständnis von der anderen. Darunter mischen sich dann noch die üblichen Vorwürfe, die Polizei sei zu brutal gewesen oder habe taktisch falsch gehandelt.

Welche Wege führen aus der Gewalt, die sich gerade anlässlich von Fussballspielen immer wieder ihren Bann bricht? Zum einen ist da die Repression: Mehr Kontrollen, mehr Überwachung und das Hooligankonkordat. Nur, gebracht hätten all diese Dinge wenig: Das Konkordat zielt auf Auswärtsfans, die am Sonntag friedlich nach Hause gingen. Die Kontrollen am Stadioneingang zielen auf Waffen und Pyros, die bei den Auseinandersetzungen keine Rolle spielten.

Zum anderen ist da die Prävention, die Fanarbeit, die in Basel nicht schlecht funktioniert. Sie kann aber auch nicht garantieren, dass unter keinen Umständen eine Massendynamik entsteht, in der solche Gewaltexzesse möglich sind. Oder sollen Spiele ohne Zuschauer stattfinden? Und würde das die Gewalt verhindern oder nur verlagern? Soll man 30'000 Leute dafür bestrafen, dass sich 300 nicht im Griff haben?

Diese Fragen sind nicht neu. Aber sie müssen erneut diskutiert werden. Vor allem aber müssen die Vorfälle lückenlos aufgeklärt und die Täter gefasst und bestraft werden. Denn das ist bei jeder Form sinnloser Gewalt eine sinnvolle und angebrachte Reaktion.

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Nicolas Drechsler

Nicolas Drechsler

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