Die Krise der Baselworld beschäftigt auch die Parlamente der beiden Basel. So reichen im Baselbieter Landrat die Grünen heute Donnerstag ein Postulat ein, in welchem sie die Überprüfung der Beteiligung am Messeunternehmen MCH Group AG mit Hauptsitz in Basel fordern. «Die jüngsten Ereignisse sowie deutlich werdende strategische Defizite der Unternehmung» liessen eine Risikoprüfung dieser Beteiligung dringlich erscheinen. Angesprochen wird damit etwa der angekündigte Einbruch der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld.

49 Prozent der Aktien der MCH Group befinden sich heute im Besitz der öffentlichen Hand. Von diesen Aktien wiederum besitzt Baselland 7,8 Prozent, der Kanton Basel-Stadt seinerseits hat 33,5 Prozent.

Verkauf ist in Basel kein Thema

Auch im Stadtkanton ist die Frage nach der Beteiligung bereits aufgeworfen worden. Die Regierung hat allerdings klargestellt, dass sie keinerlei Interesse daran hat, die Anteile des Kantons zu verkaufen. Die Standortinteressen könnten am besten gewahrt werden, wenn Basel-Stadt Aktionär bleibe. Heute ist der Kanton grösster Einzelaktionär. Das sichere ihm nicht nur im Verwaltungsrat, sondern auch in der Generalversammlung einen gewissen Einfluss, zeigt sich die Regierung überzeugt.

Die Basler FDP dagegen warnt: Das in den vergangenen Jahren verstärkte Engagement der Messe im Ausland berge Risiken, die für Basel-Stadt allenfalls sogar gefährlichen werden könnten. Die FDP weist dabei auf die Übernahme des amerikanischen Event-Marketing-Dienstleisters MC2 hin. Die Regierung allerdings sieht in der Beteiligung dennoch mehr Vor- als Nachteile.

Auch wenn ein Aktienverkauf in Basel-Stadt kein Thema sein dürfte, bleiben im Grossen Rat Fragen offen. Immerhin habe die angekündigte Verkleinerung der Baselworld auch Auswirkungen auf Gastronomie, Hotellerie und andere Dienstleister. Die SP will daher wissen, wie die Regierung auf die Entwicklung der Messe reagiert. Müsse sich die Messe breiter aufstellen und nicht nur auf einzelne Grossanlässe fokussieren? Oder könne das Messegelände mit weiteren Veranstaltungen besser genutzt werden, will die Partei wissen. (jug/dba)