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Nach Biozentrum-Debakel: Uni Basel vollzieht Kehrtwende

Biozentrum Basel

Biozentrum Basel

Der politische und öffentliche Druck ist zu gross geworden: Die Universität Basel sucht für den Neubau Biomedizin, der anstelle des alten Biozentrums zu stehen kommen wird, einen Totalunternehmer.

«Das Modell einer Realisierung mit einem Totalunternehmer hat uns am meisten überzeugt», lässt Beat Oberlin, Präsident des Universitätsrats, verlauten. Damit beschreitet die Uni neue Wege und gibt für diesen rund 250 Millionen Franken teuren Neubau das Heft aus der Hand.

Der künftige Totalunternehmer wird zusammen mit dem bisherigen Generalplaner Burckhardt & Partner der Bauherrin eine verbindliche Offerte vorlegen. Die Universität erhofft sich dadurch, das Risiko bezüglich der Einhaltung der Termine und der Kosten minimieren zu können.

Zusatzkosten von rund 110 Millionen Franken

Sie zieht damit die Lehren aus dem Debakel um den Neubau des Biozentrums auf dem früheren Schällemätteli-Areal. Nebst massiven terminlichen Verzögerungen von über zwei Jahren wird mit zusätzlichen Kosten von rund 110 Millionen Franken gerechnet.

Unter anderem in der Verantwortung steht der Generalunternehmer. Die politische Aufarbeitung des Skandals läuft noch: Im Januar hat der Grosse Rat eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt.

Die Änderung der Baustrategie der Universität ist wohl auf den Wechsel im Präsidium des Unirats zurückzuführen. Auf den Stadtbasler Ueli Vischer ist mit Ex-BLKB-Chef Beat Oberlin ein Baselbieter gefolgt. Er dürfte neben den inhaltlichen Argumenten den Druck aus seinem Wohnkanton zu spüren bekommen haben, der ebenso wie Basel-Stadt Träger der beiden Neubauten ist und das Preisschild vorab kennen will.

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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