Basler SVP-Politiker haben die Nase voll. 2012 habe der Studierendenrat eine fleischlose Mensa durchsetzen wollen. Dann sei das Caffé Bologna mit einem Defizit von 360 000 Franken in den Sand gesetzt worden, werfen sie der Studentischen Körperschaft Skuba vor. Und nun will eine Skuba-Mehrheit, dass an der Uni Basel keine Gratisexemplare der SVP-nahen Zeitschrift «Weltwoche» mehr aufgelegt werden. Die Befürworter wollen verhindern, dass «islamophobe, rassistische und rechtspopulistische» Inhalte verbreitet werden.

Damit würden die beiden Grundrechte der Presse-Informations- sowie Meinungsfreiheit auf unnötige Art und Weise eingeschränkt, zeigen sich die SVP-Grossräte Joël Thüring und Pascal Messerli überzeugt. Und das wiederum schade der Reputation der Uni Basel. Deshalb solle diese reagieren, argumentieren sie in einem soeben eingereichten Vorstoss. Konkret: Basler Studierende zahlen derzeit Semestergebühren von 850 Franken und gleichzeitig zehn Franken Skuba-Gebühren, die ebenfalls von die Uni erhoben werden. Damit solle Schluss sein. «Die Uni soll nicht länger für die Skuba Geld eintreiben», findet Thüring. Immerhin vertrete sie mit ihren Aktionen auch nicht die Interessen aller Studierenden.

«Das ist keine Strafaktion»

Es ist absehbar, dass der Studierendenrat so künftig weniger Gebührengelder zur Verfügung hätte. Denn mit einer separaten Rechnung kann der Student bewusster entscheiden, ob er Mitglied sein will oder eben nicht. Von einer Strafaktion will SVP-Grossrat Thüring dennoch nicht sprechen. Es gehe einzig um eine Entflechtung, versichert der SVP-Grossrat. Es könne nicht sein, dass die Uni einer Körperschaft Dienstleistungen zur Verfügung stellt, welche wiederholt für Negativschlagzeilen sorge.

Eine Änderung der heutigen Regelung könne der Skuba aber auch nützen, argumentiert Thüring: «Wenn sich Studierende bewusst für den Studierendenrat entscheiden, stärkt das seine Legitimation.» Aber vor allem: «Es könnte eine Motivation sein, sich endlich auf das Wesentliche zu konzentrieren.»