BLT/BVB
Nach BVB-Eklat lässt BLT-Direktor Andreas Büttiker Dampf ab

Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath tritt zurück, Direktor Jürg Baumgartner wird fristlos entlassen. Jetzt, wo die BVB-Führung weg ist, kann BLT-Chef Andreas Büttiker offen reden. Es sei eine «schwierige und unproduktive Zeit» gewesen.

Moritz Kaufmann
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Die Zusammenarbeit von BLT und BVB habe vor allem auf Direktionsebene nicht funktioniert

Die Zusammenarbeit von BLT und BVB habe vor allem auf Direktionsebene nicht funktioniert

Kenneth Nars

Der Frust bei der Baselland Transport AG (BLT) muss riesig gewesen sein. Zwar wusste man um die Spannungen zwischen den Chefs der BLT und den BVB. Jetzt aber, wo bei den Basler Verkehrsbetrieben sowohl VR-Präsident Martin Gudenrath (am Montag) als auch Direktor Jürg Baumgartner (am Mittwoch) weg sind, spricht BLT-Direktor Andreas Büttiker Klartext.

«Es waren drei, vier sehr schwierige und unproduktive Jahre», sagt Büttiker über die Zeit, in der Gudenrath und Baumgartner bei den BVB am Ruder waren. «Im ‹Champions-League-Wahn› wollte man den ÖV neu erfinden», erzählt Büttiker weiter. Mit dem «Champions-League-Wahn» spricht er die grossspurige Ankündigung von Jürg Baumgartner vor zweieinhalb Jahren bei dessen Amtsantritt in Basel an. Dieser sagte, die BVB solle ganz nach oben in die Champions League der ÖV-Unternehmen.

«Konfrontation auf allen Ebenen»

Am Donnerstag Vormittag schrieb die Basler SVP in einer Medienmitteilung, die BLT-Führung um Direktor Büttiker und VR-Präsident André Dosé (er ist heute übrigens als Präsident des Fussballclubs Grasshoppers Zürich zurückgetreten) solle auch bei den BVB übernehmen. Diese Forderung muss eine riesige Genugtuung für Büttiker gewesen sein - auch wenn er freundlich eine Absage erteilt: «Das ist ein Kompliment, aber wir haben unsere Aufgaben.»

Büttiker beteuert: «Die Mitarbeitenden von BLT und BVB wollen zusammenarbeiten.» Nur: Das sei zumindest auf Stufe Direktion nicht möglich gewesen. «Es wurde die Konfrontation auf allen Ebenen gesucht. Ich habe eine BVB erlebt, die alles selber machen wollte», erinnert sich Büttiker. Man habe gemerkt, dass die BVB-Chefs «nichts mit denen da in Oberwil» zu tun haben wollten.

Die BVB seien der wichtigste Partner der BLT. Deshalb ist Büttiker nun froh, dass die «Chance auf einen Neuanfang besteht.» VR-Präsident Dosé werde sich im Januar mit seinem Amtskollegen aus der Stadt, Paul Blumenthal, treffen, versichert Büttiker. Allerdings ist für ihn die Sache noch nicht ausgestanden. «Wir werden von den BVB verlangen, dass die Probleme aufgearbeitet werden.»

Entspannung in Sicht

Im Basler Parlament ist derzeit ein Vorstoss hängig, der eine Fusion der Verkehrsbetriebe von Stadt und Land prüfen will. So weit wird es auch nach dem BVB-Eklat in dieser Woche vorläufig kaum kommen. Die Chancen, dass eine spürbare Entspannung zwischen den Chefs der grünen und gelben Drämmli eintritt, sind nach Baumgartners fristloser Entlassung am Donnerstag aber markant gestiegen.

Das ist auch bitter nötig. Denn es gibt verschiedenste Projekte, die zusammen realisiert werden müssen. Aktuellstes Beispiel: der Margarethenstich. Das ist eine neue Tramstrecke zwischen den Haltestellen Dorenbach und Margarethen. Darüber, wer diese betreiben darf, ist ein übler Streit zwischen BLT und BVB ausgebrochen.