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Nach Corona fehlt das Geld: Robi muss Ludothek schliessen

Aufgrund des coronabedingten finanziellen Defizits muss der Verein Robi-Spiel-Aktionen kürzer treten.

Olivia Fierz
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Die Ludothek schliesst ihre Türen (Symbolbild).

Die Ludothek schliesst ihre Türen (Symbolbild).

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise muss der Verein Robi-Spiel-Aktionen einen Teil seiner Dienstleistungen streichen. Es trifft die Ludothek im Gundeli-Quartier. Eine der dreien, die der Verein finanziell unterstützt. Ab dem 16. September schliesst die Ausleihe ihre Türen.

Robi-Spiel-Aktionen von Coronakrise getroffen

«Die ganze Corona-Zeit trifft unsere Einnahmequellen und die Erträge stark», sagt Peter Kaderli, Geschäftsleiter der Robi-Spiel-Aktionen. Zwar hätte der Verein kantonale Unterstützung in Form von Kurzarbeit erhalten, jedoch wurden Eventbereiche, die nicht in den Leistungsauftrag des Kantons eingebunden sind, nicht unterstützt.

Dem Verein wurde die Tragweite der finanziellen Situation erst im Juni bewusst, so Kaderli. Aufgrund des allgemeinen coronabedingten finanziellen Einbruchs kann der Verein nur noch zwei Ludotheken tragen – jene im Bläsiring und jene im St. Johanns–Quartier. «Für die dritte reicht leider das Geld nicht mehr», sagt Kaderli. Er bereut es sehr, dass die Ludothek nun schliessen muss. Es würde die Ludothek im Gundeli nur deswegen treffen, weil es die jüngste ist.

Schliessung trifft die sozialen Strukturen im Gundeli

Die Schliessung der Ludothek beeinflusse einen Teil des sozialen Zusammenseins im Gundeli. «Im Gundeli haben wir nicht so viel, das wir anbieten können», meint Bianca Cantoro, Leiterin der Ludothek im Gundeli-Quartier. Sie meint vor allem solche sozialen Leistungen, die für Familien mit weniger Geld sehr wichtig sind. «Einerseits sind Eltern mit weniger Geld im Portemonnaie dankbar, wenn ihre Kinder Spielsachen ausleihen können, die sonst in einem Geschäft zu teuer wären», so Cantoro. Andererseits würden Kinder auch lernen, wie man achtsam mit Spielsachen umgeht, «denn die Kinder lernen, dass sie das Spiel in einem Zustand wieder zurückgeben müssen, in dem es das nächste Kind auch benutzen kann.»

Als die Ludothek nach dem Lockdown wieder öffnen konnte, habe Cantoro die Dankbarkeit der Familien gespürt. «Da hat man schon bemerkt, wie wichtig die Ludothek ist». Auch sie findet es sehr schade, dass es diesen Ort bald nicht mehr geben wird, zur finanziellen Situation von Robi-Spiel-Aktionen äussert sie sich aber nicht. Cantoro sucht jedoch einen Weg, um die Ludothek an einem anderen Ort weiterzuführen und hofft auf finanzielle Unterstützung. Auf sozialen Medien wird schon solidarisch dazu aufgerufen, dass man sich melden soll, wenn man einen Ort kennt, an dem die Ludothek weitergeführt werden kann.