Verkehrsbussen-Datenleck

Nach dem dritten Mal nachbessern genügen die Bussen nun Datenschutz und Gesetz

Die Polizei versprach, dass spätestens Mitte April ein zusätzlicher Verifikationsschritt eingebaut werde, damit das Kontrollschild wieder vollständig angezeigt werden kann. Das wurde jetzt eingeführt.

Die Polizei versprach, dass spätestens Mitte April ein zusätzlicher Verifikationsschritt eingebaut werde, damit das Kontrollschild wieder vollständig angezeigt werden kann. Das wurde jetzt eingeführt.

Mit einem Update hat die Basler Polizei ihrem Online-Bussenportal eine zusätzliche Sicherheitsstufe spendiert.

Seit dieser Woche verfügt der Online-Bussenschalter der Basler Polizei über eine zusätzliche Sicherheitsfunktion. Wer nähere Informationen über eine Verkehrsbusse erhalten möchte, muss das Fahrzeug-Kennzeichen eingeben, um an die sensiblen Personendaten zu kommen. Bei gebüssten Velofahrern ist es das Geburtsdatum, das Unbekannte und vor allem datensammelnde Computerprogramme von unerwünschten Zugriffen abhält.

Mit dieser dritten Anpassung zieht die Polizei einen Schlussstrich unter eine Serie von Pannen, die damit begonnen hatte, dass diese Zeitung ein Datenleck aufdeckte, das tausenden Verkehrssünder betraf, deren Personendaten via Internet frei zugänglich waren.

Nur wer die Autonummer oder das Geburtsdatum kennt, erhält Zugang zu den Daten.

Nur wer die Autonummer oder das Geburtsdatum kennt, erhält Zugang zu den Daten.

In einem ersten Schritt wurde das Leck nur unzureichend behoben, wie der kantonale Datenschützer feststellte. Er verlangte, dass auch die Nummernschilder nicht mehr automatisiert gesammelt werden können.

Die Verantwortlichen bei der Polizei kürzten daraufhin die Anzahl Stellen des Kennzeichens auf ihrem Online-Bussenschalter, was gemäss Einschätzung von Juristen und dem Bundesamt für Strassen allerdings dazu führte, dass die Bussen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprachen.

Damit konfrontiert, dass ihre Bussen nicht mehr den formellen Anforderungen im Gesetz entsprechen, sagte Polizeisprecher Martin Schutz damals: «Wir sind uns dieser Thematik bewusst. Aus unserer Sicht ist die voraussichtlich auf rund drei Wochen beschränkte Lösung vertretbar, zumal sich der Online-Bussenschalter bewährt hat und als Dienstleistung grundsätzlich geschätzt wird.»

Schütz versprach, dass spätestens Mitte April ein zusätzlicher Verifikationsschritt eingebaut werde, damit das Kontrollschild wieder vollständig angezeigt werden kann.

Genau das ist nun umgesetzt worden. Polizeisprecher Toprak Yerguz sagt: «Die Anpassung war eigentlich keine grosse Sache, allerdings haben wir uns genügend Zeit genommen zum Testen, bevor wir die aktuelle Version mit zusätzlicher Sicherheitsabfrage aufgeschaltet haben.»

System der Post als Vorbild

Die Kombination aus Ordnungsbussennummer und Kennzeichen entspricht übrigens der gängigen Praxis, wie sie in vielen Kantonen angeboten wird, so etwa auch von der Kantonspolizei Zürich. Entwickelt hat System, auf das die anderen Kantone mit Online-Bussenschalter setzen, die Schweizerische Post.

Dass allerdings auch Fussgänger und Velofahrer ihre Ordnungsbussen online bezahlen können, dürfte eine schweizweite Innovation made in Basel sein.

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