Schwarzer Bär

Nach dem Grossbrand: Rheingasse-Haus muss teilweise abgerissen werden

Die Liegenschaft an der Rheingasse 17 wird rückgebaut. Wie viel vom Haus noch zu retten ist, bleibt noch mehrere Wochen unklar.

Nach dem Dachstockbrand muss das Altstadthaus an der Rheingasse 17 zumindest teilweise abgerissen werden. Dies sagt Peter Blumer, Direktor der Gebäudeversicherung Basel-Stadt gegenüber der bz: «Geplant ist, das Gebäude von oben zurückzubauen.» Dafür wird ein Greifbagger eingesetzt, der in der Nacht auf heute Donnerstag in der Rheingasse auffahren sollte.

Am Mittwoch wurden mit einer Hebebühne die noch zu rettenden Erinnerungsstücke sichergestellt, etwa die Wirtshaus-Tafel «Schwarzer Bär». Die Rückbauarbeiten sollen in den nächsten Tagen starten und dürften einige Wochen in Anspruch nehmen.

Neue Standortbestimmung nach Rückbau

Abgerissen werden sollen in einem ersten Schritt das Dachgeschoss und der dritte Stock. Diese wurden beim Brand in der Nacht auf den 16. August praktisch vollständig zerstört. Nach dem Rückbau wollen die Verantwortlichen eine neue Standortbestimmung vornehmen und entscheiden, ob und welche Teile des historischen Baus noch gerettet werden können.

Der dritte Stock und der Dachstock mussten bereits 1972 nach einem Brand neu gebaut werden, «aus denkmaltechnischer Sicht sind diese deshalb nicht so entscheidend», sagt Blumer.

Die Verantwortlichen hoffen, in ein paar Wochen Klarheit zu haben, wie es mit der Liegenschaft weiter geht. Bis diese wieder bezugsbereit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. «Wir rechnen im Idealfall mit ein bis eineinhalb Jahren», sagt Blumer.

Kriminaltechnik konnte Haus noch nicht betreten

Involviert in den Rückbau ist auch die Basler Staatsanwaltschaft. Denn wegen der drohenden Einsturzgefahr konnten die Kriminaltechniker die Liegenschaft noch nicht betreten. Auch sämtliche Habseligkeiten der Bewohner und der Mitarbeiter der Grenzwert-Bar im Erdgeschoss befinden sich noch im Gebäude. Der Mann, der verdächtigt wird, den Brand ausgelöst zu haben, sitzt noch immer hinter Gittern. Für den 35-jährigen Schweizer, den die Ermittler kurz nach der Tat festgenommen hatten, wurde Untersuchungshaft bewilligt.

Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen ist bisher auch noch völlig unklar, wie hoch der Schaden ist, der beim Brand entstand. Bekannt ist, dass sich das Gebäude, in dem grossenteils Sozialhilfebezüger untergebracht waren, schon länger in einem desolaten Zustand befand.

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