«Es sind schon mehrere interessierte Partner auf uns zugekommen bezüglich einer Zusammenarbeit bei Online-Glücksspielen», sagt Marcel Wenger, Geschäftsführer des Grand Casino Basel auf Anfrage der bz. «Bisher haben wir allen Interessenten gesagt, dass wir die Abstimmung abwarten. Nun werden wir ein Gremium zusammenstellen, um das weitere Vorgehen zu prüfen.»

Die interessierten Firmen stammen aus dem Ausland und brächten das nötige Know-how mit. Für das Grand Casino Basel sei klar, dass man bei allfälligen Online-Aktivitäten auf einen Partner setze. «Ein eigenständiges System für Online-Gambling zu entwickeln ist unrealistisch», sagt Wenger.

Online-Gambler anlocken

Andere Schweizer Casinos scheinen in ihrer Entscheidung bereits weiter. Die Verantwortlichen des Luzerner Casinos sagten gegenüber der Nachrichtenplattform «Watson», dass bereits seit drei Jahren konkrete Pläne für Online-Gambling entwickelt würden. «Unsere Investitionen werden sich in Millionenhöhe bewegen», sagte CEO Wolfgang Bliem.

Wie gross das potenzielle Online-Geschäft ist, darüber kursierten bereits im Abstimmungskampf unterschiedlichste Zahlen. Die Schätzungen gingen von 150 bis 750 Millionen Franken.

Basel hat die Nase vorn

Grand-Casino-Basel-Geschäftsführer Wenger sagt, dass die Prüfung der Marktchancen ebenfalls erst jetzt in Angriff genommen würden. Das Grand Casino Basel erwirtschaftete gemäss Geschäftsbericht im Jahr 2016 59 Millionen Franken Bruttospielertrag*. 

Das ist der vierthöchste Ertrag aller 21 Schweizer Casinos. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bruttospielertrag in Basel allerdings um 1,8 Prozent, während die beiden grössten Casinos Montreux und Zürich zulegen konnten.

*als Bruttospielertrag wird die Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den ausbezahlten Gewinnen aufgeführt, also noch vor Abzug aller Kosten sowie den gesetzlich geforderten Abgaben. Diese betrugen in Basel im Jahr 2016 29,7 Millionen Franken.