Minimobile

Nach dem Zoff mit den Zürchern: Enuu kommt nach Basel

Enuus zieren seit diesem Wochenende das Stadtbild.

Enuus zieren seit diesem Wochenende das Stadtbild.

Die ersten Enuus waren in Zürich zu sehen. Doch dort sorgten die Gefährte für grossen Ärger. Nun zieht es das Bieler Start-up nach Basel. In Basel-Stadt wolle man mit vierzig ausleihbaren Fahrzeugen beginnen.

Nach den E-Trottis und den E-Velos drängen noch futuristischere ausleihbare Gefährte auf die Basler Strassen. Ende vergangener Woche wurden die eierförmigen Kleinstautos von Enuu im Stadtkanton verteilt. Der medienwirksame Auftritt des Enuu-Mitgründers Luca Placi ist auf heute Montag angesetzt. Entsprechend gereizt reagiert Placi auf Anfragen – man solle sich gedulden, meint er.

Enuus waren den Zürchern im Weg

Der bz liegen die Angaben Enuus zum Basler Projekt vor. Gemäss dem Amt für Mobilität soll die Anzahl Fahrzeuge anfänglich bei vierzig liegen. «Wir werden schauen, ob wir danach ausbauen wollen», sagt Placi. Seinem Baselexperiment liegt eine längere Entstehungsgeschichte zugrunde. Bereits im April 2019 teilte Enuu den Behörden mit, dass man sich in Basel-Stadt niederlassen wolle.

Dass seine Firma so lange gewartet habe, sei auf die Geschäftstätigkeit in Zürich zurückzuführen, sagt Placi. «Dort haben wir uns nun aber verabschiedet», meint er, ohne auf Gründe eingehen zu wollen. Bekannt ist, dass die Minimobile in Zürich für Ärger sorgten.

Vor einem Jahr stellte das Bieler Start-up 150 Gefährte auf dem Stadtgebiet auf. Doch Passanten nervten sich über Enuus auf Trottoirs, Velofahrer ärgerten sich über blockierte Veloabstellplätze. In diesem Sommer verschärfte das Zürcher Sicherheitsdepartement die Praxis. Die Anzahl Enuus wurde auf 20 beschränkt. Zudem müssen falsch abgestellte Enuus neu innert zwei statt wie bisher innert 24 Stunden umparkiert werden. Und: Verkehrsbehindernde Fahrzeuge müssen in Zürich sofort entfernt werden.

Autoparkplätze sollen zur Verfügung stehen

Zwar teilte der Sharing-Anbieter gegenüber der Nachrichtenagentur SDA noch im Juni mit, dass der Enuu-Verleih trotz Einschränkungen weiterhin aufrechterhalten werde – doch inzwischen scheint man zur Einsicht gelangt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb sich unter diesen Voraussetzungen nicht aufrechterhalten lässt.

In Basel-Stadt hofft Enuu auf einen weniger steinigen Weg zum Erfolg. Die Auflagen immerhin sind weniger streng. Wer weniger als 200 Sharingfahrzeuge auf dem Stadtgebiet aufstellt, braucht keine Bewilligung. Als Regel gilt einzig, dass die Veloabstellflächen «nicht überdurchschnittlich stark» belegt werden dürfen und das Strassenverkehrsrecht einzuhalten ist.

Wegen der Platznot auf den Veloparkplätzen zeigt sich das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) gar bereit, Autoparkplätze herzugeben. BVD-Sprecher Daniel Hofer meint: «Wir halten dies grundsätzlich für sinnvoll und sind dabei, die dafür notwendigen Abklärungen zu treffen.»

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