Die Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron nähern sich dem Pensionsalter. Auf Ende Juli endet ihre Doppelprofessur für Entwurfsarchitektur an der ETH. In dieser Funktion leiteten sie in den vergangenen 19 Jahren das ETH-Studio in Basel, das damit Geschichte wird. Was im Schattenwurf der Weltarchitekten HdM gerne übersehen wird: Auch das Westschweizer Pendant der Zürcher ETH, die École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), unterhält in Basel ein Architekturstudio, das Laboratory Basel (Laba).

EPFL-Professor und Laba-Gründungsdirektor ist Harry Gugger. Dieser war jahrelang Weggefährte und mit Christine Binswanger erster Partner von Herzog und de Meuron. Gugger zeichnete etwa verantwortlich für den Bau des Schaulagers in Münchenstein oder für die Erweiterung der Modern Tate in London. 2009 trennte er sich von den übermächtigen HdM und machte sich selbstständig. Zu seinen neuen Vorzeigebauten gehört der 31-stöckige «The Exchange» in der kanadischen Metropole Vancouver. In der Region hat er den Zuschlag für die Zentrumsentwicklung von Birsfelden erhalten.

Forschung noch drei Jahre in Basel

Auch Gugger nähert sich dem Pensionsalter. Er sagt auf Anfrage: «Meine ordentliche Pensionierung erfolgt im Herbst 2021 und falls nichts Unerwartetes geschieht. Wird dann auch Laba Geschichte sein.» Die Schliessung des ETH-Studios wird jedoch schon jetzt unmittelbare Konsequenzen auf das Laba haben. So wurden künftige Kurse nicht mehr in Basel stattfinden, sondern auf dem EPFL-Campus in Lausanne. Gugger sagt: «Es macht keinen Sinn, die Studenten hierher zu beordern, wenn keine Möglichkeit zur Begegnung mit den Zürcher Kollegen gegeben ist.» Was damit noch während dreier Jahren in Basel verbleiben wird, ist der Forschungslehrstuhl mit Büro- und Studioräumlichkeiten im Ackermannshof.