Wer die Homepage des Dreiland-Ferienpasses anklickt, stösst auf einen schlafenden Bären. «Winterpause» steht darunter. Doch der Dreiland-Ferienpass schläft nicht, er ist gestorben. «Aus dem Dreiland-Ferienpass wird wieder der Basler Ferienpass», erklärt Mary Born von der organisierenden Basler Freizeitaktion BFA.

Grund für die Redimensionierung: Die Partner auf der deutschen Seite machen nicht mehr mit. Letztes Jahr haben sich die Sparkassen Markgräflerland-Lörrach Rheinfelden als Sponsoren zurückgezogen, jetzt sind auch die verbliebenen deutschen Gemeinden ausgestiegen. «Für uns hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr gestimmt», erklärt Remo Schamberger, zuständiger Sachbearbeiter bei der Stadtverwaltung Weil. «Bei Gesamtkosten von 3000 Euro und 39 verkauften Pässen, stimmen die Relationen nicht mehr.» Ähnlich argumentiert Stefan Dieterle von der Stadt Lörrach. Auch dort ist die Zahl der verkauften Ferienpässe in den letzten Jahren deutlich gesunken. «Das Angebot war und ist sehr gut und hatte anfangs eine Leuchtturmfunktion, aber in den letzten Jahren sind immer mehr lokale Angebote entstanden, die oft eine Ganztagsbetreuung umfassen.»

Basler Ferienpass erweitert

Den Dreiland-Ferienpass gibt es seit 18 Jahren. Er war eine Erweiterung des seit 1975 bestehenden Basler Ferienpasses. Ein richtiger Dreiland-Pass war er aber schon lange nicht mehr. Nachdem die Anschubfinanzierung durch das EU-Interreg-Programm weggefallen ist und sie die Kosten selbst übernehmen mussten, haben die französischen Gemeinden schon nach drei Jahren Adieu gesagt.

Als Projekt der BFA wird das Ferienangebot direkt durch den Kanton Basel-Stadt subventioniert. Er übernimmt den Grossteil der Kosten. Die angeschlossenen Baselbieter Gemeinden beteiligen sich durch einen Administrativbeitrag von 10 Rappen pro Einwohner an den Kosten. Ausgestiegen ist dieses Jahr neben den deutschen Partnern auch die Gemeinde Birsfelden. Für eine Begründung war dort niemand erreichbar. Zum Budget tragen zudem die Beiträge von Sponsoren (IWB, Roche, Pro Natura) und natürlich der Verkauf der Pässe selbst bei. Weil das Angebot durch den Wegfall der deutschen Gemeinden kleiner wird, kostet er für Kinder aus Partnergemeinden 30 statt wie bisher 38 Franken, alle anderen zahlen 20 Franken mehr. Diese Differenz hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Kleineres Kreativangebot

Durch das Ausscheren der deutschen Partnergemeinden ist im sogenannten Grundangebot, das ohne Voranmeldung benutzt werden kann, einzig der freie Eintritt ins Schwimmbad Lörrach nicht mehr enthalten. Das beliebte Laguna in Weil ist wegen Umbauarbeiten ohnehin geschlossen. Grösser sind die Abstriche beim Kreativangebot. Hier fällt der deutsche Teil ganz weg. Letztes Jahr war das zum Beispiel ein Ausflug in die Burgruine Rötteln oder Filz- und andere Kurse im Kesselhaus in Weil. Mary Born ist aber überzeugt, dass der Pass auch weiterhin sehr attraktiv ist. Dieses Jahr sind zum Beispiel erstmals Bogenschiessen und Stepptanz im Angebot.

In Basel gibt es zudem neu ein Betreuungsangebot um die Programme herum. Die Eltern können ihre Kinder schon um 8 Uhr beim Treffpunkt Dreirosen abgegeben, von wo sie Helfer zu den eigentlichen Aktivitäten bringen.

Damit sollen auch Kinder die Möglichkeit haben, vom Ferienpassangebot zu profitieren, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, erklärt Mary Born. Diese Massnahme soll dazu beitrage, den Wegfall der deutschen Kinder zu kompensieren. Diese Betreuung kostet allerdings fünf Franken extra pro Stunde.