Stadtrandentwicklung
«Nach diesem Resultat werden Mieten noch stärker steigen»

Basel-Stadt muss bei der Wohnbaupolitik über die Bücher. Das Stimmvolk lehnt die Stadtrandentwicklung Ost und Süd ab. Basler SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels ist enttäuscht - vor allem von Riehen.

Nicolas Drechsler
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Hans-Peter Wessels (Archiv)

Hans-Peter Wessels (Archiv)

Keystone

«Es ist sehr enttäuschend, dass die Stadtrandentwicklung abgelehnt worden ist. Ich halte die Wohnungsnot für eines der vordringlichsten Probleme, die wir in der Stadt haben. Dieses Resultat wird zu einer weiteren Verschärfung beitragen. Es wird dazu beitragen, dass Mieten und Wohnungspreise noch stärker steigen. Es wird auch dazu beitragen, dass der Pendlerverkehr weiter zunimmt. Ich halte es wirklich für ein echt schlechtes Resultat im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Stadt Basel. Denn dieses Resultat wird auch dazu beitragen, dass noch mehr Menschen aus der Stadt herausgedrängt werden. Ich bin sehr enttäuscht.»

War das nun ein Votum für Verdichtung nach Innen?

«Das wäre eine Verdichtung im Inneren gewesen. Das Problem ist, dass die Kreise, die nun dagegen waren in der Theorie immer für die Verdichtung sind. Wenn dann aber ein konkretes Projekt vorliegt, dann wird es aus genau diesen Kreisen bekämpft. Auch beim Claraturm waren ja SVP und Basta dagegen. Da haben wir zum Glück knapp gewonnen, hier haben wir nun knapp verloren.»

Offenbar wird die Wohnungsnot in Basel anders wahrgenommen als in Riehen.

«Was auch auffällt, ist, dass Riehen sehr deutlich abgelehnt hat, die Stadt Basel hätte relativ klar angenommen. Das deutet darauf hin, dass die Probleme von steigenden Wohnungsmieten und Verdrängung in der Stadt deutlich stärker wahrgenommen werden, als in Riehen. Das zeigt, dass es der Stadt manchmal nicht gelingt, ihre Probleme zu lösen, weil die Gemeinde Riehen dagegen ist.»

Wie weiter?

«Es gibt auch andere Areale in der Stadt, die man entwickeln muss, und hier ist auch einiges im Tun. Sonst bekommen wir die Knappheit beim Wohnraum nicht in den Griff.»