Öffentlicher Verkehr

Nach einem Jahr im Kreuzfeuer der Kritik hoffen die BVB auf Besserung

(Archiv)

Die BVB ziehen Bilanz.

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Öffentliche Kritik an der Geschäftsführung und personelle Veränderungen im Verwaltungsrat (VR) haben den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) ein «intensives Geschäftsjahr» beschert. Nun soll Ruhe einkehren.

Der Jahresbericht der Basler Verkehrs-Betriebe strotzt vor positiven Schlagworten: «Basel kann stolz auf seine BVB sein», schreibt Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler in der Einleitung. Das Unternehmen sei gut und stabil unterwegs. «Alle Geschäftsbereiche und die Geschäftsleitung haben im letzten Jahr einen guten Job gemacht.»

Beinahe geht vergessen, dass 2017 eines der schwierigsten und aufrüttelndsten für das öV-Unternehmen war: Mitarbeiter beklagten ein Klima von Angst und Mobbing, die umstrittene Millionenzahlung nach Frankreich sorgte für Kritik, die unzähligen Baustellen in der Stadt zerrten an den Nerven. Der Tiefpunkt: Wenige Minuten nachdem die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rats die Missstände in ihrem Bericht thematisierten, traten der Verwaltungsratspräsident und sein Vize zurück.

«Inhaltlich war die Kritik des GPK-Berichts richtig», sagt BVB-Direktor Erich Lagler. Allerdings hätten die anschliessenden politischen und medialen Diskussionen die Belegschaft verunsichert und belastet. Trotzdem habe das Tagesgeschäft bewältigt werden können. «Die BVB war in den letzten Jahren stark mit Aufarbeiten von Altlasten beschäftigt. Ich hoffe, dass nun die Talsohle erreicht ist und die Entwicklung des Unternehmens stärker in den Fokus rückt», sagt Hunkler.

«So viel gebaut wie noch nie»

Um die vielen Krankheitsausfälle im Fahrdienst auffangen zu können, haben die BVB vergangenes Jahr zusätzliche Chauffeure angestellt, was sich negativ auf das Jahresergebnis auswirkt. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen bei einem Gesamtumsatz von 244 Millionen Franken einen Gewinn von 270 000 Franken. Auch die Vorgabe des Kantons, jährlich eine Million Franken einzusparen, wurde erreicht.

Ein grosses Thema war 2017 die Infrastruktur: «Wir haben so viel gebaut wie noch nie», sagt Lagler. Insgesamt 16 Baustellen hätten termingerecht und ohne nennenswerte Mehrkosten abgeschlossen werden können. Investiert wurden rund 35 Millionen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Sorgen macht den BVB der Rückgang der Passagierzahlen und das trotz steigender Bevölkerung und mehr Pendlern. Damit sinkt auch die Haupteinnahmequelle des Unternehmens. «Eine Kehrtwende ist nicht in Sicht», so Lagler. Neben den Baustellen sei auch die Konkurrenz durch Carsharing und E-Bikes ein Grund dafür.

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