Basel

Nach Führungknatsch droht Mission 21 nun ein Stellenabbau

Missionshaus der Mission 21 in Basel

Missionshaus der Mission 21 in Basel

Bei der Mission 21 soll nun ein Übergangsvorstand das Ruder übernehmen. Das evangelische Missionswerk in Basel mit rund 70 Mitarbeitenden sieht sich trotz der Krise nicht gefährdet. Allerdings steht im nun ein Abbau bevor.

Verbessert werden sollen namentlich die Strukturen der vor zehn Jahren aus diversen Missionswerken hervorgegangenen Mission 21. An der am Donnerstag eröffneten Abgeordnetenversammlung sei man sich rasch darin einig gewesen, dass der Konflikt auch durch zu komplexe Strukturen des Missionswerkes entstanden sei, heisst es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung.

Der Vorstand hatte seinen Rücktritt mit «vielseitigem Druck» begründet, dem er sich ausgesetzt sah. Druck machte nicht nur die Basler Mission als grösster der vier Trägervereine, sondern auch die Geschäftsprüfungskommission. Mit dem Rücktritt wollte das Gremium den Weg frei machen für einen Neuanfang.

Neuer Direktor gesucht

Der Übergangsvorstand soll noch während der bis Samstag dauernden Abgeordnetenversammlung eingesetzt werden. Als Sachwalter soll das neue Gremium die Sachgeschäfte führen, dringende Entwicklungen einleiten und die operative Tätigkeit von Mission 21 sicherstellen.

Möglichst bald soll ein breit abgestützter neuer Vorstand gewählt und die Direktion neu besetzt werden. Nötig ist letzteres, weil Direktor Martin Breitfeldt Ende April den Rücktritt erklärt hatte und sich per sofort freistellen liess. Auch er wollte des Feld für einen Neuanfang räumen.

40 Angestellte in Basel

Nach Auskunft eines Sprechers steht bei Mission 21 nach Jahren des Aufbaus nun eine Restrukturierung bevor. Von den 70 Beschäftigten sind rund 40 in Basel und 30 in Übersee tätig. Wie viele Stellen gestrichen werden, sei noch offen. Entlassungen solle es aber nur in Einzelfällen geben. Das Missionswerk hatte 2010 ein Defizit von zwei Millionen Franken verbuchen müssen.

Das Missionswerk hat Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Es ist Partnerin des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Per Ende Jahr verlässt die Südafrika-Mission als einer der vier Trägervereine die Mission 21. (sda)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1