Das Unbehagen im Basler Grossen Rat wächst. Auch wenn das Präsidialdepartement der grünen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann immer wieder versichert, dass es keine Museums-Krise gebe, eines ist klar: In den vergangenen Monaten folgte Negativschlagzeile auf Negativschlagzeile. Viele Probleme lassen sich schlicht nicht wegdiskutieren – sei es ein strukturelles Defizit im Kunstmuseum, seien es Finanz- sowie Infrastrukturprobleme im Historischen Museum oder die ungewisse Zukunft des Berri-Baus.

Mittlerweile zeigt sich auch das links-grüne Lager skeptisch: So hat SP-Grossrat Claudio Miozzari eben einen Vorstoss eingereicht, mit dem er von Ackermann endlich Klarheit in vielen Fragen fordert. Fragen, die schon lange im Raum stehen, deren Beantwortung aber immer wieder hinausgeschoben wurde. So möchte Miozzari unter anderem wissen, welche Fehler bei der Kalkulation der Betriebskosten für das Kunstmuseum passiert sind. Und wie sich diese erklären lassen. Die Frage hat eine gewisse Dringlichkeit. Immerhin berät das Kantonsparlament bereits nächste Woche das Budget 2018 und die Regierung musste für das Museum bereits einen Zusatzkredit über 925'000 Franken beantragen.

Miozzari blickt aber noch weiter in die Zukunft. So möchte das Mitglied der Bildungs- und Kulturkommission wissen, welche Lehren die Regierung aus den Fehlern beim Kunstmuseum zieht und welche Massnahmen sie trifft, damit es bei Projekten wie dem Ozeanium oder dem Naturhistorischen Museum nicht zu ähnlichen Problemen kommt.

«Opfer von Fehlern bei der Planung sind allzu oft einfache Mitarbeitende», betont Miozzari. Dabei würden sie dafür überhaupt keine Verantwortung tragen. Das sei auch beim Kunstmuseum der Fall gewesen: Aus Spargründen wurden mehrere Mitarbeitende der Buchhandlung entlassen. Nun stelle sich die Frage, ob sich mit dem Budgetnachtrag die Situation für die Betroffenen verbessert.

Offenes Misstrauen

Offenes Misstrauen zeigt sich aber vor allem bei der seit Jahren geforderten Museumsstrategie. Regierungspräsidentin Ackermann will das Papier noch vor Ende Jahr präsentieren. Doch: Erst ab kommendem Jahr werden zu allen fünf staatlichen Museen Betriebsanalysen durchgeführt. Auch sind noch grundlegende Fragen zur Infrastruktur offen – was ungenügende Depoträume angeht oder sogar die künftigen Standorte einzelner Museen. Was dürfe von der Museumsstrategie überhaupt erwartet werden, will Miozzari wissen, «angesichts der Vielzahl an offenen inhaltlichen, organisatorischen und räumlichen Fragen zu den Basler Museen und der noch ausstehenden externen Analysen?» Bisher blieb das Präsidialdepartement auch diese Antworten schuldig. (bz)