Seien es umstrittene Gelder für Frankreich, interne Querelen oder kaputte Schienen: Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) kommen nicht aus den Negativschlagzeilen. «Seit einigen Jahren und insbesondere in den letzten Monaten lässt die Qualität bei den BVB immer mehr zu wünschen übrig», findet eine Parlamentariergruppe um CVP-Grossrat Balz Herter. So gehöre es zum Alltag, dass Tram- und Buskurse verspätet verkehrten – oder Umleitungen wegen Baustellen schlecht, fehlerhaft oder gar nicht kommuniziert würden. Seit seiner Verselbstständigung habe es das Unternehmen nicht geschafft, den Wechsel weg vom Staatsbetrieb hin zum modernen Dienstleistungsbetrieb mit hoher Kundenorientierung zu vollziehen.

Die Parlamentarier fordern die Basler Regierung deshalb auf, die Schaffung eines Kundenbeirats zu prüfen. Ansonsten seien die Möglichkeiten der Kunden sehr limitiert, auf bestehende Missstände aufmerksam zu machen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Herter verweist auf die Baselland Transport AG (BLT), die einen Beirat aus Vertretern von Gemeinden und Verbänden im Netzgebiet eingesetzt hat. Dieser tagt zweimal im Jahr zusammen mit dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung. Bei den SBB wiederum besteht ein Kundenbeirat mit Personen, welche die gesamte Bandbreite der Fahrgäste abdecken sollen. Dieser Beirat beurteilt Projekte aus Kundensicht, gibt Ideen und Impulse für neue Dienstleistungen und macht Verbesserungsvorschläge zum bestehenden Service.

Die Grossräte wünschen sich nun Ähnliches für die BVB. Dies wäre «im Sinne der Qualitätssicherung und Kundenorientierung sowie zur Verbesserung des Service public wünschenswert», argumentieren sie.