Der Unmut bei den suchtbelasteten und sozial benachteiligten Menschen war gross, als der Jobshop Ende August kurzfristig seine Türen schloss. Der Leiter der Arbeitswerkstatt, Robert Schreiber, war fristlos entlassen worden. Die Geschäftsleitung der Stiftung Sucht, die den Jobshop führt, warf ihm fehlende Loyalität der Stiftung gegenüber vor.

30 Randständige arbeiten

Seit dem 7. September ist der Jobshop wieder offen. Die Randständigen können von Montag bis Donnerstag täglich vier Stunden einer sinnvollen Arbeit nachgehen, wofür sie mit einem Motivationsgeld von 5 Franken pro Stunde entlöhnt werden. Rund 30 Personen erscheinen jeden Tag zur Arbeit. Vor der Schliessung waren es 40 bis 50. Der Rückgang liegt in der Boykottandrohung begründet, die einige Randständige vor der Wiedereröffnung kundgetan hatten. Ohne Schreiber wollten sie nicht mehr im Jobshop arbeiten.

Laut Peter Meier, dem Sprecher der Jobshop-Arbeiter, sind es zehn Personen, die den Boykott auch tatsächlich durchziehen. Dass die Mehrheit weiterhin regelmässig im Jobshop arbeitet, hat nicht allen gepasst: Es sei zu Auseinandersetzungen und Beschuldigungen gekommen, wie Meier sagt: «Zwei, drei der Boykotteure haben die Arbeiter eine Zeit lang vor dem Jobshop abgepasst und sie als Streikbrecher denunziert.»

Riesen-Auftrag ging flöten

Der Betrieb im Jobshop laufe wieder regulär, sagt Thomas Bein, Vizepräsident der Stiftung Sucht. Momentan ist die Stiftung daran, einen Nachfolger für den interimistischen Werkstattleiter des Jobshops zu suchen. Paul Rubin, der auch das Tageshaus für Obdachlose der Stiftung führt, hat die Leitung vorübergehend übernommen. Weiter sucht die Stiftung Ergänzung für den Stiftungsrat. Drei der sechs Stiftungsräte waren mit der Entlassung Robert Schreibers nicht einverstanden gewesen und verliessen deshalb die Stiftung.

Gemäss Peter Meier ging dem Jobshop durch die Turbulenzen und die Schliessung Ende August der grösste Auftrag in der Geschichte der Sozialwerkstatt flöten: Die Entladung von dreieinhalb Bahncontainern. Stiftungsvize Thomas Bein will das so nicht bestätigen: «Der Deal war noch nicht besiegelt, man steckte noch in der Verhandlungsphase.» Es sei daher noch gar nicht sicher gewesen, dass er zustande gekommen wäre.