2017 sei für die Fondation Beyeler «ein exzellentes Jahr, ein Grand Cru» geworden, sagte Museumsdirektor Sam Keller am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz. Sieben Ausstellungen, darunter grosse Schauen zu Claude Monet und Paul Klee, hat das Museum im Jubiläumsjahr organisiert. Mindestens 490'000 Beucher werden fürs ganze Jahr erwartet.

Soviele würde es bis Jahresende sicher werden, allenfalls gar etwas mehr, sagte die kaufmännische Direktorin Ulrike Erbslöh. Dies läge über dem bisherigen Rekord von 2015 (481'704 Besucher), dürfte indes kaum zum Normalfall werden: Vielmehr rechnet man laut Erbslöh auch künftig «in der Regel» mit 350'000 bis 400'000 Besuchern jährlich.

Ihren Aufwand von 32 Millionen Franken deckte die Fondation zu 56 Prozent aus Eintritten und anderen Erträgen. 18 Prozent kamen von der Beyeler- und Hansjörg Wyss Stiftung, 17 Prozent aus Fundraising und 9 Prozent von Basel-Stadt, der Gemeinde Riehen und vom Bund. Nicht mehr dabei ist Baselland, das schon länger einen Sparkurs fährt.

Baselitz - Bacon - Giacometti

Im kommenden Jahr präsentiert die Fondation Beyeler drei grosse Sonderausstellungen. Den Auftakt macht vom 21. Januar bis zum 29. April 2018 eine Retrospektive zum 80. Geburtstag von Georg Baselitz. Rund 80 Gemälde und zehn Skulpturen aus sechs Jahrzehnten, darunter viele Leihgaben aus Europa und Übersee, vereint die Schau.

Mit dabei sind laut dem Museum auch bisher noch nicht gezeigte Werkgruppen des 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geborenen Künstlers, der ab den 1970er-Jahren mit auf dem Kopf gemalten Motiven Berühmtheit erlangte. Parallel zur Beyeler-Ausstellung wird das Kunstmuseum Basel Arbeiten von Baselitz auf Papier zeigen.

Eine Doppelausstellung mit Werken von Alberto Giacometti (1901-1966) und Francis Bacon (1909-1992) folgt bei Beyeler vom 29. April bis zum 2. September. Die zwei Künstler waren Freunde, aber auch Rivalen. Erstmals widme sich indes ein Museum Beiden gemeinsam und beleuchte deren Beziehung zueinander, hiess es in Riehen.

Rund 100 Werke werden in der Ausstellung zu sehen sein. Zu den weltweit zusammengetragenen Leihgaben zählen laut dem Museum auch zahlreiche Originalgipse aus dem Nachlass Giacomettis, die von der Fondation Giacometti in Paris zur Verfügung gestellt werden und bisher noch nie gezeigt worden waren.

Retrospektive zu Balthus

Balthus, einem der letzten grossen Meister des 20. Jahrhunderts, gewidmet ist schliesslich eine Ausstellung vom 2. September 2018 bis zum 3. Januar 2019. Rund 50 Gemälde aus allen Schaffensphasen des Künstlers werden zu sehen sein, ausgehend von dem in Riehen befindlichen «Passage du Commerce-Saint-André» von 1952-1954.

Balthus – mit vollem Namen Balthasar Klossowski de Rola (1908-2001) – ging einen eigenen künstlerischen Weg abseits der Strömungen der modernen Avantgarden. Beleuchten soll die Schau laut der Fondation auch die ambivalente Seite der Kunst von Balthus, der teils auch provokante bildliche Inszenierungen schuf.

Im Juni und Juli 2018 zeigt die Fondation Beyeler zudem in der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs die monumentale Installation «GaiaMotherTree» des 1964 geborenen brasilianische Künstlers Ernesto Neto. Neu präsentiert hat das Museum zudem ein Buch zur eigenen Sammlung mit Texten der jeweiligen Kunstschaffenden.

www.fondationbeyeler.ch