Fasnacht

Nach SRF-Rückzieher: Basler Schnitzelbängg nun doch live aus dem Atlantis – mit TeleZüri

Die bz sendet dieses Jahr Schnitzelbänke live auf bzbasel.ch und auf den weiteren Plattformen von CH Media. Die Obleute der Bangg-Gesellschaften begrüssen das Vorhaben.

Die beliebten Schnitzelbängg aus dem Basler «Atlantis» kommen zurück auf den Bildschirm – dank dem Medienunternehmen CH Media von Verleger Peter Wanner, zu dem auch die Zeitung und die Portale der bz gehören. Diese wird nun während der diesjährigen Basler Fasnacht am Montagabend und am Mittwochabend live Schnitzelbängg aus dem Kultlokal übertragen. Dies im Web-TV von bzbasel.ch und auf den weiteren Plattformen von CH Media: von Basel übers Mittelland, die Region Zürich, die Zentralschweiz bis zur Ostschweiz.

Hintergrund dieser Massnahme ist der Rückzug von SRF aus dem Restaurant Atlantis und aus der Schnitzelbank-Übertragung. Stattdessen wird SRF das Signal von Telebasel aus dem Restaurant Kohlmanns beziehen. Die Folge: Statt aus zwei Beizen würde nur noch aus einer gesendet, dies mit einer deutlich reduzierten Anzahl an Auftrittsmöglichkeiten. Dass sich via Basler Zeitung auch der Zürcher Medienkonzern Tamedia beziehungsweise die TX-Group der Telebasel-Kooperation angeschlossen hat, steigert zwar die Reichweite einzelner Bängg, behebt aber nicht die massgebliche Reduktion der Bangg-Vielfalt für die Zuschauer.

Eine Produktion mit den eigenen TV-Profis

Die Verantwortlichen von CH Media würdigen den Entscheid von SRF, zu Gunsten regionaler Anbieter auf eigene Aufzeichnungen zu verzichten. Sie wollen aber das gewohnte Angebot für die Zuschauer aufrechterhalten – zumindest 2020, wie Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik von CH Media, sagt. «Mit dem ‹Atlantis› konnten wir zudem einen TV-erfahrenen und zuverlässigen Partner gewinnen.» Alle sechs Schnitzelbank-Gesellschaften stehen hinter dem Vorhaben und haben Auftritte ihrer Formationen in Aussicht gestellt. Schliesslich ist das ‹Atlantis› als Fasnachtshochburg eines der wenigen Lokale, in denen die Bängg aller Gesellschaften auftreten.

Produziert wird live an zwei Fasnachtsabenden. Für Dienstag und Donnerstag werden zudem je zwei Best-of-Sendungen der jeweiligen Liveübertragungen erstellt. Eine Moderation gibt es nicht. Die bz wird die Basler Schnitzelbängg «pur» übertragen. Das Programm ist für die Formationen ohnehin schon dicht genug.

Bei der Produktion kommt auch ein Team von Tele Züri zum Einsatz – ausgerechnet in der Fasnachtsstadt Basel. Das hat damit zu tun, dass Tele Züri ebenfalls zu CH Media gehört und damit intern alle nötigen Ressourcen für eine TV-Produktion dieses Ausmasses stellen kann. Denn mit der Frage nach dem Angebot stellt sich auch die Frage nach der Qualität: Der gewohnte Standard der Basler Schnitzelbangg-Sendungen soll hoch bleiben.

Schnitzelbank-Vielfalt in den Schweizer Medien

Die Obleute der Bangg-Gesellschaften begrüssen das Vorhaben. Durch die Massnahme wird die Zahl der medialen Auftrittsplätze gegenüber der bisherigen Ausgangslage praktisch verdoppelt. Zudem sind die Sendungen auch zeitversetzt konsumierbar. Damit ist Vielfalt wieder garantiert: «Der Basler Schnitzelbank ist eine Perle der Fasnacht und hat eine überregionale Ausstrahlung», sagt Hollenstein.

Mit diesem Schritt macht die bz erstmals auch TV. Die technische Komponente ist nur ein Vorteil der Zusammenarbeit innerhalb von CH Media. Ein weiterer ist die Vernetzung über eines der flächenmässig grössten Einzugsgebiete der Deutschschweiz hinweg. Die Titel von CH Media reichen von der Nordwest- über die Zentral- bis hin zur Ostschweiz. Auch dank dieser überregionalen Kooperation kann die Ausstrahlung dem Publikum auf allen Online-Plattformen der zugehörigen Medientitel gleichermassen zugänglich gemacht werden. Ein Resultat, das sich aus dem Zusammenschluss der ehemaligen AZ Medien und der NZZ Regionalmedien zu CH Media ergeben hat.

Die bz wird damit vor allem ihre Stärke im Online-Bereich ausspielen können. Dass ein Traditionsblatt Web-TV produziert und damit Fernsehen macht – und nicht nur einzelne Videos online stellt –, ist für regionale Verhältnisse auch in Basel immer noch relativ neu.

Meistgesehen

Artboard 1