Sexuelle Belästigung

Nach Übergriffs-Vorwürfen: Uni Basel reagiert und schafft Anlaufstelle

(Symbolbild)

Die Uni Basel reagiert auf sexuelle Belästigungen.

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Nach zwei Vorfällen, bei denen sich die Uni Basel mit Übergriffs-Vorwürfen konfrontiert sah, schafft die Universität eine Stelle für den Schutz persönlicher Integrität.

Es war im vergangenen Winter, als eine Doktorandin den Schritt an die Öffentlichkeit wagte und ihren Doktorvater der sexuellen Belästigung bezichtigte. Die Hintergründe blieben diffus. Die beiden hätten über längere Zeit hinweg ein Verhältnis gehabt, so der Professor. In der Folge gab er seine Leitungsfunktion ab, blieb aber an der Uni tätig.

Es blieb nicht bei einem Fall

Gleichwohl warf der Fall hohe Wellen. Die Uni kam zum Schluss, sie müsse über die Bücher, «weil das Verfahren verschiedene Mängel aufgezeigt hat». Das sagte Sprecher Matthias Geering gegenüber dieser Zeitung. So sei für die betroffene Studentin lange nicht klar gewesen, an wen sie sich im Verfahren wenden müsse. «Wir haben gemerkt, dass wir die betroffene Person etwas alleine gelassen haben», so Geering.

Die Uni rief eine Fachkommission zum Umgang mit sexueller Belästigung ins Leben und kurz darauf machte die «Schweiz am Wochenende» einen zweiten Fall möglichen Machtmissbrauchs publik.

Am Donnerstag teilte die Uni eine weitere Konsequenz der Vorfälle mit: Das Rektorat hat zum 1. September 2019 die Stelle der Koordinatorin für Persönliche Integrität geschaffen. Andrea Flora Bauer kommt die Aufgabe zu einer niederschwelligen Anlauf-, Beratungs- und Begleitstelle für Studierende und Mitarbeitende, die ihre persönliche Integrität verletzt sehen oder die Informationen oder Nachfragen zum Thema haben. Sie arbeitet bereits seit 2010 im Bereich Diversity.

«Die Universität Basel bekennt sich zu einer wertschätzenden Arbeitskultur, in der die persönliche Integrität der Mitarbeitenden geachtet und geschützt wird», hiess es in einer Mitteilung. Sexismus, aber auch Diskriminierung, Mobbing und Machtmissbrauch würde nicht geduldet.

Zugleich will die Universität auch das Präventionsangebot zum Schutz der persönlichen Integrität ausbauen. In der Mitteilung ist von einem «Schulungsangebot» die Rede.

Mit der Ankündigung hält die Uni das Versprechen, bis zum Beginn des Herbstsemesters Änderungen zu präsentieren. Dieses beginnt nächsten Montag. Eingetragen haben sich etwas mehr als 12'000 Studierende, darunter auch 1465, die ihr Bachelorstudium antreten.

Insbesondere Letzteres ist für die Unileitung erfreulich. Nachdem 2018 die Zahl der Studienanfänger zurückgegangen war, sind es 2019 bereits jetzt 115 Studierende mehr. Die Uni geht davon aus, dass diese Zahlen bis im Oktober noch leicht steigen. Die Immatrikulation sei noch nicht abgeschlossen. Im Herbstsemester 2018 waren insgesamt 12 673 Studierende eingeschrieben.

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