Hafenareal

Nach überraschenden Kündigungen: Jetzt wollen sich Hafenwirte wehren

Die Kündigungen der drei Hafenbetriebe Hafechäs, Patschifig und Sommerresidenz werfen hohe Wellen.

Als Sommerresidenz-Wirt Jonas Berner von der Kündigung erfuhr, weilte er in Thailand in den Ferien. Er sei sprachlos gewesen, heisst es aus seinem Umfeld. Berner selber will sich dazu vorerst nicht öffentlich äussern. Laut den Experten vom Mieterverband sei die Kündigung aber nicht rechtens gewesen – unter anderem, weil sie auf einem falschen Formular zugestellt wurde.

Ein Rückbau oder gar Räumung der Sommerresidenz bis Ende Monat ist daher nicht zu erwarten. Eher dürfte es vor der Schlichtungsstelle zu einer Fristerstreckung kommen. Dennoch: Der Schaden für Berner sei enorm. Er habe damit gerechnet, noch mindestens bis Ende 2019 zu wirten. So lange läuft sein Vertrag.

Eine Verlängerung der Zwischennutzungen am Hafen um fünf weitere Jahre sei eigentlich bereits beschlossene Sache gewesen, heisst es unter den Angestellten der drei Hafenbetriebe. Dass einzelne Lärmklagen ein ganzes Areal lahmlegen oder sogar dazu führen, dass den Hafen-Zwischennutzungen das definitive Aus drohe, sei absurd: «Ein Verhältnisblödsinn», so einer der Angestellten.

Zusammensitzen für Lösung

Entsprechend gross ist die Bestürzung – und das nicht nur am Hafen, sondern in der gesamten Basler Kultur- und Gastroszene. Sandra Knecht, Betreiberin der Hafen-Zwischennutzung «Chnächt», machte dementsprechend auf Facebook ihrem Ärger Luft: «Auch wenn die Kündigung laut diesem Bericht die Sommerresidenz, den Patschifig und den Hafechäs bekamen, sind trotzdem alle Mieterinnen auf dem Platz betroffen. Es wird und wurde unglaublich viel Geld, Nerven und Know-how investiert.» Die Frage für sie sei, was am Ende bleibe und was noch Sinn mache. «Auch interessiert mich, wer letztendlich die Verantwortung übernimmt. Ein Debakel auf ganzer Linie, so oder so», schreibt sie weiter.

Ein Problem könnte dabei die mangelnde Kommunikation unter den Hafen-Akteuren sein. Zuerst wollen die Beizer mit dem Verein Shift Mode, der die überraschenden Kündigungen auf dem ganzen Areal aufgrund einer angedrohten Lärmschutzbusse von 20 000 Franken ausgesprochen hat, zusammensitzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Sicher ist: Alle drei Hafenbetriebe wollen sich wehren und Einsprache erheben. Denn der Hafen sei ein Areal, auf dem jährlich hunderttausend Menschen unterwegs seien. «Hier aufgrund von insgesamt drei über die gesamte Saison eingetroffenen Reklamationen alles dichtzumachen, ist absurd», so Katja Reichenstein vom Verein Shift Mode. «Als ob ein ganzer Autobahnabschnitt aufgrund von drei geblitzten Rasern dicht gemacht würde», ergänzt Vereinspräsident Thomas Brunner.

«Bekenntnis vom Regierunsrat»

Ebenso von Lärmklagen betroffen ist der Verein I-Land. Dass auch hier Kündigungen ausgesprochen wurden, etwa dem Marina Basel, sei aber laut David Herrmann ein Gerücht, das jeglicher Grundlage entbehre. Man sei bilateral im Gespräch mit allen Behörden und mache auf jeden Fall weiter. Herrmann wünscht sich für die Zukunft aber auch ein koordiniertes Vorgehen: «Es ist wichtig, rasch eine Lösung zu finden. Sowohl politisch als auch rechtlich.»

Für Thomas Brunner liegt die Verantwortung beim Regierungsrat. «Es muss ein Bekenntnis kommen, dass man hier eine lebendige Kulturstadt will und kein Schrebergärtli.»

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