Statt «Zytloos»

Nach verheerendem Brand: Grenzwert-Bar hat neue Bleibe – bei einem alten Bekannten

Wo einst der «Baggenstos» in der Ochsengasse war, zieht vorübergehend die Grenzwert-Bar ein.

Wo einst der «Baggenstos» in der Ochsengasse war, zieht vorübergehend die Grenzwert-Bar ein.

Nach dem verheerenden Brand in der Rheingasse hat Grenzwert-Wirtin Cécile Grieder bereits einen neuen Ort für ihre Bar gefunden. Sie übernimmt den ehemaligen «Baggenstos» in der Ochsengasse.

Zwei Jahre. So lange dauert es, bis das nach dem Grossbrand einsturzgefährdete Gebäude an der Rheingasse 17 wieder aufgebaut und bewohnbar ist. So lange wird es auch dauern, bis die im Erdgeschoss einquartierte Bar Grenzwert wieder einziehen kann. Betreiberin Cécile Grieder gab schon kurz nach dem Brand bekannt, dass sie so schnell als möglich mit der Bar provisorisch an einem anderen Ort unterkommen und, sobald der «Schwarze Bären» wieder bezugsbereit sei, in die Rheingasse zurückkehren möchte.

Nun ist Grieder, nur drei Wochen nach dem Brand, fündig geworden: Für rund zwei Jahre wird das «Grenzwert» an der Ochsengasse 14 eine Bleibe haben. Diese Bar befindet sich schräg gegenüber ihres Restaurants Roter Bären. Cécile Grieder sagt auf Anfrage der bz, das die Eröffnung «spätestens» am 1. November 2019 stattfindet. «Das würde wunderbar passen, weil das ‹Grenzwert› an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feiert.»

Grieder klingt gefasst – und auch ein bisschen gelöst, wenn sie vom provisorischen Zuhause der Bar spricht: «Es ist nicht die Rheingasse, aber ein spannender, lässiger Ort. Und ich freue mich, dass wir in unmittelbarer Nähe etwas Passendes gefunden haben. Eine gute Lösung,» sagt sie.

Stil und Konzept werden nicht geändert

In dem Haus in der Rotlichtzone befand sich lange Zeit das Traditionslokal «Baggenstos», ehe es vor zwei Jahren in «Zytloos» umgetauft wurde. Den Betreibern wurde nun aber von der Eigentümerin des Hauses, der Einwohnergemeinde Basel-Stadt gekündigt. Für die nächsten zwei Jahre war die Eigentümerin auf der Suche nach Zwischennutzern, ehe mittels einer Machbarkeitsstudie beschlossen werden soll, wie es mit dem Gebäude an der Ochsengasse weiter geht.

Die «Zytloos»-Bar wird am 14. September mit einer «Usstringgede» und einem Inventarverkauf schliessen. Danach steht Cécile Grieder und ihrem Team eine intensive Zeit bevor. Ab dem 16. September werde die Bar sanft renoviert, sagt sie. Ausserdem sei sie bereits daran, Tapeten, Möbel und Dekoration für das «Grenzwert-Pop-up» auszusuchen und zu bestellen: «Vom Stil und Konzept her wird die Bar ähnlich daher kommen wie an der Rheingasse. Teilweise richten wir sie auch mit Vintage-Möbeln ein, halt typisch ‹Grenzwert›.»

Ob sie auch noch Teile der Einrichtung des «Schwarzen Bären» an der Rheingasse verwenden kann, weiss Grieder noch nicht. Sie konnte bis dato noch immer nicht das Gebäude betreten und den Zustand des Interieurs unter die Lupe nehmen. Und sie wisse auch nicht, wann sie endlich reinkönne, so Grieder: «Aber ich gehe davon aus, dass das meiste Mobiliar durch den Brand unbrauchbar geworden ist. Ich hoffe aber, dass doch das eine oder andere gerettet werden kann. So wird der Geist des Original ‹Grenzwert› präsent sein.»

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