Die St. Johanns-Vorstadt ist ein Hotspot in der Leidensgeschichte der Verkehrsbetriebe. Fredi Schödler, Leiter Betrieb und Technik bei der Baselland Transport AG (BLT), berichtet: «Das 11er-Tram wird hier ein- bis zweimal die Woche von schlecht parkierten Autos blockiert.» In der Regel sei das Problem schnell wieder gelöst, weil die fehlbaren Autolenker nur kurz einkaufen waren und ihr Fahrzeug innerhalb von zehn bis zwanzig Minuten wegfahren.

Einmal im Monat aber kommt es zu krassen Fällen. Schödler sagt: «Dann kann es ein bis zu zwei Stunden dauern, bis das Tram wieder fährt. Im schlimmsten Fall müssen wir Tramersatzbusse und dafür zusätzliche Chauffeure aufbieten.»

Aufwand in Rechnung gestellt

Ihren Aufwand stellen die Verkehrsbetriebe in Rechnung. Die ersten zehn Minuten kosten pauschal 150 Franken, für jede weitere Minute werden 15 Franken verrechnet. Im schlimmsten Fall von zwei Stunden Blockade kommen so 1800 Franken zusammen. Schödler betont: «Das ist absolut gerechtfertigt. Es deckt unseren Aufwand, daran verdienen wir nichts.»

Das ist noch nicht alles. Taucht der Autofahrer nicht in nützlicher Frist wieder auf, benachrichtigen die Verkehrsbetriebe die Polizei, die zuerst versucht, den Halter ausfindig zu machen. Toprak Yerguz, Mediensprecher der Basler Polizei, schreibt: «Gelingt dies nicht, entscheiden die Polizisten in Absprache mit dem Verkehrsbetrieb, ob das Fahrzeug abzuschleppen ist.» Tagsüber kostet das 415 Franken, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen 485 Franken. Der Betrag fällt an, sobald der Abschleppwagen auf dem Weg ist.

Zusätzlich noch Ordnungsbusse

Dazu kommt eine Ordnungsbusse zwischen 80 und 120 Franken. Rechnet man das alles zusammen, kommt man auf maximal 2405 Franken. Die Reaktionen auf die Kosten sind unterschiedlich. Schödler sagt: «Manche bleiben cool, andere fallen aus allen Wolken.»

Die Tramnetzblockaden in der St. Johanns-Vorstadt betreffen die Strecke zwischen Universitätsspital und dem Restaurant Mägd. Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) sehen die Probleme zusätzlich am Leonhardsgraben zwischen den Haltestellen Musikakademie und Universität. Die Medienstelle spezifiziert: «Besonders betroffen sind Parkplätze im Strassenraum, wo die Autos seitlich zu Tramgleisen parkieren.» Insgesamt komme es zwei bis drei Mal die Woche dazu, dass das Tramnetz blockiert sei – inklusive St. Johanns-Vorstadt.

Eine Zunahme der Vorfälle aufgrund breiterer und grösserer Autos haben die BVB nicht festgestellt. Das Phänomen ist auf die Stadt konzentriert. Schödler von den BLT sagt: «Auf dem Land kennen wir das praktisch nicht.»