Der Euro-Airport (EAP) ist nicht der einzige Flughafen in der Region, bei dem um die Nachtflüge gestritten wird. Eine ähnliche Auseinandersetzung, wenn auch mit anderen Hintergründen und Ausmassen, gibt es beim Strassburger Flughafen Entzheim, berichtet die Zeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace».

Vor über 20 Jahren haben sich die Anwohner-Verbände, die Gebietskörperschaften und der Flughafen auf ein rechtlich nicht bindendes Abkommen geeinigt. Jetzt beschweren sich die Anwohner bitterlich, dass es nicht mehr eingehalten wird.

Die Einigung sieht vor, dass es zwischen 23.30 Uhr und 6 Uhr keine Starts und zwischen 24 Uhr und 5 Uhr keine Landungen gibt – Abweichungen von einer halben Stunde werden geduldet. Beim EAP verlangen die Fluglärmgegner die Ausweitung der Nachruhe auf 23 Uhr bis 6 Uhr.

In Strassburg haben die Nachtflüge 2017 gegenüber dem Vorjahr von 19 auf 51 zugenommen. Das finden die Anwohnerverbände zu viel. Das Abkommen geht auf die Auseinandersetzung um das Expressfracht-Unternehmen DHL zurück, das sich vor 20 Jahren mit einer Europa-Plattform in Strassburg niederlassen wollte. Aufgrund massiver Proteste verzichtete DHL darauf.

Die Anwohner kritisieren auch den Fussballverein Racing Strasbourg, der ab dieser Saison wieder in der Ligue 1 spielt und bei Auswärtsspielen spät landet. Die Verbände verlangen, dass die Spieler auswärts übernachen. Die gleiche Kritik an späten Starts und Landungen gilt für die Cup-Spiele und die Starts der Gast-Mannschaften.

Mit derzeit 1,2 Millionen Passagieren ist Entzheim sehr viel kleiner als der EAP mit 7,9 Millionen Fluggästen. Zurückzuführen ist das zum grossen Teil darauf, dass die Flüge nach Paris für den Strassburger Flughafen sehr wichtig waren. Als mit dem TGV-Est eine schnelle Zugverbindung eingerichtet wurde, wurden die Flüge nach Paris eingestellt.