Wer die Website des Claramattefeschts besucht, wird mit Fragen überhäuft: «Keine neuen Nachrichten. Wer mehr wissen will, der soll sich selber beim Präsidenten des Vereins Claramattefescht Beat Vögtli melden, vielleicht erfährt er mehr als ich? Hat sich der Präsident selber abgesetzt? Wer weiss es schon?» Diese Fragen stellt Abbas Schumacher, der Webmaster der Website. Schumacher hat nach seinen Angaben auch als Sponsorensucher und überall dort, wo es nötig war, ausgeholfen: «Wir haben das Fest letztes Jahr zu zweit auf die Beine gestellt.»

Seit August 2015 hat sich Beat Vögtli aber nicht mehr bei Schumacher gemeldet. Nach etlichen Versuchen, Kontakt mit Vögtli aufzunehmen, hat es Schumacher dann aufgegeben. Im Februar mahnte ihn eine Firma, die letztes Jahr für das Fest angestellt war, da ihre Rechnung von 5500 Franken noch nicht beglichen war. In der Bilanz bedeutet das ein Defizit von 750 Franken. Obwohl rund 2500 Franken Überschuss von 2014 vorhanden seien, hat Vögtli die Rechnung offenbar noch nicht bezahlt.

Präsident schweigt bis zum Schluss

Schumacher, der «mit Leib und Seele» dabei war, fühlt sich links liegen gelassen. «Das Claramattefescht ist eigentlich gestorben», sagt er, nachdem mit dem
Oggsefescht vom vergangenen Wochenende ein Quasi-Ersatz gefunden worden ist. Davon habe er aber nichts mitbekommen, er wisse auch nicht, wie das geregelt wurde. «Vögtli ist ein Minimalist», schimpft Schumacher. Seit vier Jahren habe es keine Vereinsversammlung mehr gegeben. Da der Präsident gemäss Statuten jedes Jahr vom Vorstand gewählt werden muss, könne sich Vögtli nicht mehr als Präsident bezeichnen. Der Vorstand habe sich schon 2014 verabschiedet. «Den Verein gibt es nicht mehr.» Vögtli sieht das anders. «Offiziell bin ich noch der Präsident des Vereins», sagt er auf Anfrage der bz. Zu den Vorwürfen von Schumacher will er sich nicht äussern. Die Handynummer von Schumacher habe er, immerhin.

«Eine Kommunikation des Vereins Claramattefescht gegenüber dem Verein Claramatte war schlicht inexistent», sagt Rolf Keller vom Verein Claramatte. Obwohl sie mehrfach konkrete Angebote gemacht hätten. Der Verein kümmert sich um die Belebung des Claramatte. Laut Keller fehlte anscheinend auch gegenüber anderen jegliche Kommunikation, selbst gegenüber der Allmendverwaltung. «So wie ich es der Facebook-Seite entnehme, ist der Verantwortliche offenbar untergetaucht», sagt er.

Fakt ist, das Quartierfest fällt nach 36 Jahren zum ersten Mal ins Wasser. Der bz vom 10. August nannte Vögtli folgende Gründe: «Wir finden keine Leute mehr, die mitarbeiten wollen, und es liegt auch finanziell nicht mehr drin.» Vor allem der zweite Punkt wiege schwer, belaufen sich doch die Grundkosten für das Fest auf 15 000 Franken.

Schumacher findet es zwar schade, dass das Fest gestorben ist, sagt aber: «Anscheinend hat sich niemand dafür interessiert. Alle wollen hingehen, aber selber mitzumachen, ist dann bereits zu viel.»